Nachhaltigkeit, Normen und Innovation

Von Zirkularität und CO₂-Einsparung bis zu Normen, Zertifizierung und der Forschung, die die Zukunft der Faserbewehrung bestimmt.

Nachhaltigkeit ist bei Beton- und Asphaltprojekten längst keine Nebensache mehr. Rijkswaterstaat will bis 2030 vollständig klimaneutral und zirkulär arbeiten, mit 50 % weniger Einsatz von Primärrohstoffen, und immer mehr Gemeinden und Provinzen stellen vergleichbare Anforderungen. Bei Ausschreibungen bestimmen Begriffe wie MKI, MPG und die CO₂-Leistungsleiter mit, wem ein Projekt zugesprochen wird. Faserbewehrung von Beton und Asphalt berührt genau diese Themen: Sie verlängert die Lebensdauer, senkt die Umweltbelastung und liefert projektspezifisches Zahlenmaterial, um diesen Gewinn zu belegen. Auf dieser Seite fassen wir das Wissen zusammen — von Zirkularität und CO₂ bis zu den Normen und der Forschung dahinter.

Warum Nachhaltigkeit und Faserbewehrung zusammenkommen

Der Umweltgewinn der Faserbewehrung verläuft entlang zweier Spuren, die Rijkswaterstaat in seinem Ziel für 2030 ausdrücklich benennt: Lebensdauerverlängerung des bestehenden Bestands und die Entwicklung neuer zirkulärer Materialien. Fasern tragen zu beidem bei. Sie machen Beton und Asphalt zäher und rissbeständiger, wodurch Konstruktionen länger halten und Instandhaltung aufgeschoben werden kann — Werterhalt statt Ersatz.

Hinzu kommt ein direkter Rohstoff- und Emissionsgewinn. Jedes Kilo CO₂-intensiven Bewehrungsstahls, das durch eine leichtere Alternative ersetzt wird, bringt einen Umweltgewinn, und dieser Gewinn lässt sich mit einem konkreten Rechenbeispiel sichtbar machen. Bei Asphalt verstärken sich Faserbewehrung und emissionsfreier Bau gegenseitig: Sowohl das Gerät auf der Baustelle als auch die Mischung selbst zählen mit. So berührt Faserbewehrung zirkuläres Bauen, CO₂-Reduktion und die emissionsfreie Baustelle zugleich.

Normen, Zertifizierung und Ausschreibungen

Nachhaltigkeitsaussagen sind erst überzeugend, wenn sie messbar und nachvollziehbar sind. Bei Ausschreibungen kommen der Milieukostenindicator (MKI, Umweltkostenindikator) und die MilieuPrestatie Gebouwen (MPG, Umweltleistung von Gebäuden) immer häufiger als Bewertungskriterium zurück, und bei beiden kann Faserbewehrung günstig abschneiden. Rijkswaterstaat, Provinzen und Gemeinden rechnen Angebote über DuboCalc durch, wobei jedes eingesparte Kilo Stahl oder CO₂ direkt mitzählt — sofern Sie die verifizierten Umweltdaten und EPDs vorliegen haben. Die CO₂-Leistungsleiter (CO₂-Prestatieladder) — unter anderem von Rijkswaterstaat als Vergabekriterium genutzt — verlangt eine konkrete, projektspezifische Begründung der Scope-3-Reduktion, genau das, was Faserbewehrung liefern kann.

Für die technische Untermauerung gibt es international Anhaltspunkte. fib Bulletin 105, Ende 2022 von der internationalen Betonföderation fib herausgegeben, bündelt das State-of-the-Art-Wissen über faserbewehrten Beton und schließt eine Lücke, die der Model Code 2020 offenließ. Für die Faser selbst legt die Produktnorm EN 14889 die Faserklassen und den Konformitätsrahmen fest, der hinter der CE-Kennzeichnung steht. Beim Einkauf von Fasermaterialien spielen zudem Prüfungen und Erklärungen wie die ATG-Prüfung eine Rolle; zu wissen, was Sie am besten anfordern, verhindert Überraschungen in einem Nachhaltigkeitsbericht.

Forschung, Praxisversuche und die kommende Aufgabe

Faserbewehrung ist eine bewährte Technologie, steht aber nicht still. Hinter den niederländischen Testfeldern mit faserbewehrtem Asphalt verbirgt sich das europäische FIBRA-Projekt, durchgeführt im Rahmen des CEDR-Programms, in dem europäische Straßenbaubehörden zusammenarbeiten. Auf der A73 bei Roermond legte BAM Infra einen Demonstrationsgarten für nachhaltigen Asphalt an, wo faserbewehrtes ZOAB in der Praxis getestet wird — Ergebnisse, die zeigen, was die Technik auf der Autobahn leistet.

Zugleich zeichnet sich eine große Aufgabe ab. Rijkswaterstaat nennt die Erneuerung von Brücken, Tunneln, Schleusen und Straßen aus den fünfziger und sechziger Jahren die größte Instandhaltungsaufgabe seiner Geschichte, auszuführen mit knappen Budgets und Arbeitskräften. Bei dieser Aufgabe zählt jede Maßnahme, die die Lebensdauer verlängert oder die Instandhaltung beschleunigt. Auch auf der Materialseite tut sich etwas: Basaltfaser gewinnt als vierte Hauptkategorie von Bewehrungsfasern neben Stahl, Aramid und Polyacrylnitril an Boden und ist einer von fünf Trends, die die kommenden Jahre prägen werden. Die Artikel unten führen jedes dieser Themen weiter aus — von Zirkularität und CO₂ über Normen und Zertifizierung bis zur Forschung und den Trends, die die Branche in den kommenden Jahren gestalten.

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