Nachhaltigkeit, Normen und Innovation

Von MKI, MPG und EMVI bis zu CO₂-Leistungsleiter, EN 14889 und fib Bulletin 105 — so machen Sie den Nachhaltigkeitsgewinn der Faserbewehrung messbar.

Nachhaltigkeit ist bei Beton- und Asphaltprojekten längst keine Nebensache mehr. Rijkswaterstaat will bis 2030 vollständig klimaneutral und zirkulär arbeiten, mit 50 % weniger Einsatz von Primärrohstoffen, und immer mehr Gemeinden und Provinzen stellen vergleichbare Anforderungen. Bei Ausschreibungen bestimmen Begriffe wie EMVI, MKI, MPG und die CO₂-Leistungsleiter mit, wem ein Projekt zugesprochen wird. Faserbewehrung von Beton und Asphalt berührt genau diese Themen: Sie verlängert die Lebensdauer, senkt die Umweltbelastung und liefert projektspezifisches Zahlenmaterial, um diesen Gewinn in einem Angebot zu belegen. Auf dieser Seite fassen wir das Wissen zusammen — von Zirkularität und CO₂-Einsparung bis zu den Ausschreibungsinstrumenten, Normen und der Aufgabe, die bevorsteht.

Zirkuläres Bauen und CO₂-Gewinn

Der Umweltgewinn der Faserbewehrung verläuft entlang zweier Spuren, die Rijkswaterstaat in seinem Ziel für 2030 ausdrücklich benennt: Lebensdauerverlängerung des bestehenden Bestands und die Entwicklung neuer zirkulärer Materialien. Fasern tragen zu beidem bei. Sie machen Beton und Asphalt zäher und rissbeständiger, wodurch Konstruktionen länger halten und Instandhaltung aufgeschoben werden kann — Werterhalt statt Ersatz.

Hinzu kommt ein direkter Rohstoff- und Emissionsgewinn. Jedes Kilo CO₂-intensiven Bewehrungsstahls, das durch eine leichtere Alternative ersetzt wird, bringt einen Umweltgewinn, und dieser Gewinn lässt sich mit einem konkreten Rechenbeispiel pro m3 Beton sichtbar machen. Bei Asphalt verstärken sich Faserbewehrung und emissionsfreier Einbau gegenseitig: Sowohl das Gerät auf der Baustelle als auch die Mischung selbst zählen mit. So berührt Faserbewehrung zirkuläres Bauen, CO₂-Reduktion und die emissionsfreie Baustelle zugleich.

Ausschreiben: EMVI, MKI, DuboCalc und die CO₂-Leistungsleiter

Nachhaltigkeitsaussagen sind erst überzeugend, wenn sie messbar und nachvollziehbar sind — und in einer Ausschreibung werden sie das über ein festes Instrumentarium. Bei einer EMVI-Ausschreibung (bestes Preis-Leistungs-Verhältnis) zählt neben dem Preis eine Qualitätsbewertung mit, in der Nachhaltigkeit fast immer ein Zuschlagskriterium ist. Im Tief- und Straßenbau rechnen Rijkswaterstaat, Provinzen und Gemeinden diese Nachhaltigkeit über den Milieukostenindicator (MKI, Umweltkostenindikator) in DuboCalc durch, wobei jedes eingesparte Kilo Stahl oder CO₂ direkt mitzählt — sofern Sie die verifizierten Umweltdaten und EPDs vorliegen haben. Für Gebäude verläuft dieselbe Logik über die MPG-Berechnung (MilieuPrestatie Gebouwen, Umweltleistung von Gebäuden), bei der faserbewehrte Fertigteile und Böden ohne Stahlnetz günstig abschneiden.

Die CO₂-Leistungsleiter (CO₂-Prestatieladder) — unter anderem von Rijkswaterstaat als Zuschlagskriterium mit fiktivem Nachlass genutzt — verlangt darüber hinaus eine konkrete, projektspezifische Begründung der Scope-3-Reduktion, genau das, was Faserbewehrung liefern kann. Die Artikel in der Rubrik Normen & Zertifizierung behandeln jedes Instrument einzeln: was es ist, wie die Berechnung funktioniert und wie Sie mit Faserbewehrung dabei punkten.

Technische Normen, Zertifizierung und die kommende Aufgabe

Für die technische Untermauerung gibt es international Anhaltspunkte. fib Bulletin 105, Ende 2022 von der internationalen Betonföderation fib herausgegeben, bündelt das State-of-the-Art-Wissen über faserbewehrten Beton und schließt eine Lücke, die der Model Code 2020 offenließ. Für die Faser selbst legt die Produktnorm EN 14889 die Faserklassen und den Konformitätsrahmen fest, der hinter der CE-Kennzeichnung steht. Beim Einkauf von Fasermaterialien spielen zudem Prüfungen und Erklärungen wie die ATG-Prüfung eine Rolle; zu wissen, was Sie am besten anfordern, verhindert Überraschungen in einem Nachhaltigkeitsbericht.

Zugleich zeichnet sich eine große Aufgabe ab. Rijkswaterstaat nennt die Erneuerung von Brücken, Tunneln, Schleusen und Straßen aus den fünfziger und sechziger Jahren die größte Instandhaltungsaufgabe seiner Geschichte, und auch bei Gemeinden und Provinzen staut sich die Großinstandhaltung von Straßen — auszuführen mit knappen Budgets und Arbeitskräften. Bei dieser Aufgabe zählt jede Maßnahme, die die Lebensdauer verlängert oder die Instandhaltung beschleunigt. Auch auf der Materialseite tut sich etwas: Basaltfaser gewinnt als vierte Hauptkategorie von Bewehrungsfasern neben Stahl, Aramid und Polyacrylnitril an Boden und ist einer von fünf Trends, die den nachhaltigen Straßenbelag der kommenden Jahre bestimmen. Die Artikel unten führen jedes dieser Themen weiter aus.

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