Emissionsfreien Asphalt verlegen mit Fasern

Nachhaltigkeit, Normen und Innovation16. Juli 20263 Min. Lesezeit

Emissionsfreies Bauen betrifft nicht nur die Maschinen; die Asphaltmischung zählt ebenso. Wie sich Faserverstärkung und emissionsfreier Einbau ergänzen.

Emissionsfreies Bauen steht bei Rijkswaterstaat und immer mehr Gemeinden weit oben auf der Agenda. Bei Asphaltprojekten wird dies in der Regel durch emissionsfreie Maschinen auf der Baustelle umgesetzt – doch die Wahl der Asphaltmischung selbst trägt mindestens ebenso viel bei. Dieser Artikel zeigt, wie sich Faserverstärkung und emissionsfreier Einbau gegenseitig verstärken.

Was bedeutet emissionsfreier Einbau?

Emissionsfreier Einbau richtet sich in erster Linie auf die auf der Baustelle eingesetzten Maschinen: elektrische oder anderweitig nicht fossil angetriebene Fertiger, Walzen und Transportfahrzeuge. Im Rahmen des Schoon en Emissieloos Bouwen (SEB)-Konvents arbeiten Marktparteien und Behörden gemeinsam an der Ausphasung fossil angetriebener Baumaschinen.

Die Rolle der Asphaltmischung selbst

Neben den Maschinen bestimmt auch die Mischung selbst einen Teil der Umweltwirkung eines Projekts – insbesondere über die Produktionstemperatur im Asphaltmischwerk. Hier kommt Faserverstärkung ins Spiel: Da faserverstärkter Asphalt mit einem Standard-Straßenbaubitumen anstelle von polymermodifiziertem Bitumen (PMB) hergestellt werden kann, liegt die Produktionstemperatur rund 15–20 °C niedriger. Das spart direkt Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß im Asphaltmischwerk, noch bevor die Maschinen auf der Baustelle ins Bild kommen.

Praxisbeispiel: emissionsfreie Baustraße mit Faserverstärkung

Beim Bau einer temporären Baustraße für ein Neubauprojekt wurde eine Unter- und Zwischenschicht Asphalt mit Aramidfaserbewehrung emissionsfrei eingebaut. Diese Kombination zeigte, dass sich Faserverstärkung und emissionsfreie Maschinen gut ergänzen: Die niedrigere Produktionstemperatur der Fasermischung passt zur Nachhaltigkeitsambition emissionsfreier Maschinen auf der Baustelle, wodurch die Gesamtumweltwirkung des Projekts auf mehreren Ebenen gleichzeitig verringert wird.

Warum diese Kombination mehr bringt als die Summe der Teile

• An der Quelle: niedrigere Produktionstemperatur im Asphaltmischwerk (Faserverstärkung).

• Während Transport und Einbau: weniger Emissionen durch emissionsfreie Maschinen.

• Während der Nutzung: weniger Wartung dank einer längeren Lebensdauer (Faserverstärkung), was künftige Emissionen durch Wartungsarbeiten vermeidet.

Während sich viele Nachhaltigkeitsmaßnahmen auf ein einzelnes Glied der Kette konzentrieren, adressiert die Kombination aus Faserverstärkung und emissionsfreien Maschinen mehrere Glieder gleichzeitig.

Was bedeutet das für Ihre Ausschreibung oder Ihr Projekt?

Für Auftraggeber, die dem SEB-Konvent folgen oder eigene emissionsfreie Ausschreibungsanforderungen anwenden, ist die Kombination aus Faserverstärkung und emissionsfreien Maschinen ein direkter Weg, die Gesamtumweltwirkung eines Projekts weiter zu senken, als mit emissionsfreien Maschinen allein möglich ist. Dies ist insbesondere relevant bei:

• Projekten mit einem ausdrücklichen CO₂- oder Stickstoffreduktionsziel.

• Ausschreibungen, in denen Umweltleistung als Vergabekriterium einfließt (siehe auch unsere Artikel über den PCR Asphalt 2026 und die Ausschreibung von faserverstärktem Asphalt).

• Projekten in der Nähe stickstoffempfindlicher Natur, wo geringerer Maschineneinsatz und niedrigere Produktionsemissionen doppelt zählen.

Fazit

Emissionsfreier Einbau geht über die Maschinen auf der Baustelle hinaus. Durch die Kombination von Faserverstärkung mit emissionsfreien Maschinen wird die Umweltwirkung eines Asphaltprojekts auf mehreren Ebenen gleichzeitig verringert – von der Produktion über den Einbau bis zur künftigen Wartung.

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