MKI und MPG senken mit Faserverstärkung
MKI und MPG tauchen immer öfter in Ausschreibungen auf. Was die beiden Indikatoren bedeuten — und wie Faserverstärkung bei beiden gut abschneidet.
Bei der Begründung von Nachhaltigkeitsentscheidungen in Ausschreibungen und Bauprojekten tauchen zwei Begriffe immer häufiger auf: der Milieukostenindicator (MKI, Umweltkostenindikator) und die MilieuPrestatie Gebouwen (MPG, Umweltleistung Gebäude). Dieser Artikel erklärt, was diese Begriffe bedeuten und wie Faserverstärkung zu einer niedrigeren Punktzahl bei beiden beiträgt.
Was ist der MKI?
Der Milieukostenindicator (MKI) ist ein standardisiertes Maß für die Gesamtumweltwirkung eines Produkts oder Baumaterials, ausgedrückt in einem fiktiven Betrag an "Umweltkosten". Dieser Indikator kombiniert mehrere Umwelteffekte (Klimawandel, Versauerung, Rohstofferschöpfung und mehr) zu einer vergleichbaren Zahl, berechnet nach der Nationale Milieudatabase (NMD) und den zugehörigen Bestimmungsmethoden und Produktkategorieregeln (wie dem PCR Asphalt).
Je niedriger die MKI-Punktzahl einer Asphalt- oder Betonmischung, desto niedriger die gewichtete Umweltwirkung.
Was ist die MPG?
Die MilieuPrestatie Gebouwen (MPG) ist eine verpflichtende Berechnung für die meisten Neubauprojekte in den Niederlanden, die die kumulierte Umweltwirkung aller verwendeten Baumaterialien in einem Gebäude in einem Schattenpreis pro m² Bruttogeschossfläche pro Jahr ausdrückt. Die MPG-Anforderungen werden in den kommenden Jahren weiter verschärft, was den Druck erhöht, Baumaterialien mit geringerer Umweltwirkung zu wählen.
Wie trägt Faserverstärkung zu einem niedrigeren MKI bei?
• Für Asphalt: Untersuchungen im Rahmen des europäischen FIBRA-Projekts zeigen, dass eine Mischung mit polymermodifiziertem Bitumen (PMB) auf Cradle-to-Gate-Ebene eine mehr als 10 % höhere Umweltwirkung hat als eine vergleichbare Mischung mit Faserverstärkung und Standard-Straßenbaubitumen. Dieser Gewinn ergibt sich vor allem aus der niedrigeren Produktionstemperatur und der besseren Recyclingfähigkeit des Straßenbaubitumens.
• Für Beton: Der Ersatz eines (Teils der) Stahlbewehrung durch Faserbewehrung verringert die mit der Stahlproduktion verbundene Umweltwirkung – ein Effekt, der sich direkt auf die MKI-Punktzahl der Betonkonstruktion auswirkt.
Wie trägt Faserverstärkung zu einer niedrigeren MPG bei?
Da Faserverstärkung zu einer längeren Lebensdauer sowohl von Asphalt als auch von Beton beiträgt (potenziell bis zu 50 % längere Lebensdauer der Fahrbahn und bis zu 200 % längere Lebensdauer der Asphaltschicht selbst, je nach Fasertyp und Anwendung), wird die Umweltwirkung des Materials über einen längeren Zeitraum verteilt. Für die MPG-Berechnung, die von der Umweltwirkung pro Jahr ausgeht, bedeutet eine längere Lebensdauer eine niedrigere jährliche Umweltwirkung – selbst wenn die anfängliche Produktionswirkung der faserverstärkten Mischung vergleichbar oder etwas höher liegen würde.
Konkretes Beispiel: Kreislaufbeton und MPG
Zur Veranschaulichung, wie groß der Unterschied im MPG-Beitrag zwischen Materialentscheidungen sein kann: Ein kürzlich eingeführtes Kreislaufbetonprodukt erreicht einen MPG-Beitrag von 0,1, gegenüber 0,3 bei traditionellem Beton – ein erheblicher Unterschied, der sich direkt auf die Gesamt-MPG-Punktzahl eines Gebäudes auswirkt. Faserverstärkung ist neben kreislaufbezogenen Rohstoffentscheidungen einer der Wege, um solche Unterschiede zu erzielen.
Praktische Anwendung
Für Auftraggeber und Planer, die den MKI und die MPG eines Projekts senken möchten:
• Fragen Sie die MKI-Punktzahl der angebotenen Asphalt- oder Betonmischung ab, vorzugsweise begründet nach dem geltenden PCR und in der NMD hinterlegt.
• Fragen Sie nach der erwarteten Lebensdauer der faserverstärkten Mischung mit Begründung, um den MPG-Beitrag korrekt berechnen zu können.
• Vergleichen Sie verschiedene Alternativen (PMB, Bewehrungsmatten, Faserverstärkung) anhand dieser Zahlen, statt ausschließlich anhand der anfänglichen Baukosten.
Fazit
MKI und MPG sind zur standardisierten Sprache geworden, in der die Nachhaltigkeit von Baumaterialien ausgedrückt und verglichen wird. Faserverstärkung schneidet bei beiden Indikatoren gut ab: eine niedrigere direkte Umweltwirkung bei der Produktion und eine niedrigere jährliche Wirkung dank einer längeren Lebensdauer.