Die CO₂-Leistungsleiter mit Faserverstärkung untermauern
Auf der CO₂-Leistungsleiter punkten oder sie als Vergabekriterium nutzen? Faserverstärkung liefert nachvollziehbare Zahlen für Ihre Scope-3-Reduktion.
Für Bauunternehmen und Auftraggeber, die auf der CO₂-Leistungsleiter punkten oder diese als Vergabekriterium nutzen, ist es wichtig, CO₂-reduzierende Maßnahmen konkret belegen zu können. Faserverstärkung von Beton und Asphalt liefert hierfür brauchbares, projektspezifisches Zahlenmaterial. Dieser Artikel erklärt, wie.
Was ist die CO₂-Leistungsleiter?
Die CO₂-Leistungsleiter ist ein Instrument, das Unternehmen hilft, ihren CO₂-Ausstoß zu verringern — innerhalb der eigenen Betriebsführung (Scope 1 und 2) sowie innerhalb von Projekten und der Lieferkette (Scope 3). Auftraggeber, darunter Rijkswaterstaat, nutzen die Leiter als Vergabekriterium bei Ausschreibungen: eine höhere Stufe bringt (fiktive) Vorteile bei der Bewertung eines Angebots.
Wo passt Faserverstärkung in die Leiter?
Faserverstärkung betrifft vor allem Scope 3: die indirekten Emissionen, die mit den Materialien zusammenhängen, die ein Bauunternehmen einkauft und in Projekten verarbeitet. Konkret bietet Faserverstärkung auf zwei Ebenen messbare CO₂-Reduktion:
Bei Asphalt:
• Niedrigere Produktionstemperatur (circa 15-20 °C niedriger als bei PMB) führt direkt zu weniger Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß im Asphaltwerk.
• Bessere Recyclingfähigkeit des verwendeten Penetrationsbitumens im Vergleich zu PMB.
Bei Beton:
• Vermiedene Stahlproduktion durch Ersatz eines (Teils der) traditionellen Bewehrung durch Fasern — in einem dokumentierten Praxisbeispiel führte dies zu einer CO₂-Reduktion von 98 % gegenüber der ursprünglichen Stahllösung.
Wie belegen Sie dies gegenüber der CO₂-Leistungsleiter?
• Fordern Sie eine projektspezifische Berechnung der CO₂-Einsparung der faserverstärkten Mischung gegenüber der herkömmlichen Alternative (PMB oder Stahlbewehrung) an, vorzugsweise basierend auf unabhängiger Forschung wie dem FIBRA-Projekt.
• Dokumentieren Sie die vermiedene Menge (kg vermiedener Stahl, Liter eingesparter Kraftstoff durch niedrigere Produktionstemperatur) pro Projekt, damit dies innerhalb Ihrer jährlichen CO₂-Fußabdruck-Berichterstattung aufsummiert werden kann.
• Verknüpfen Sie dies mit Ihren Scope-3-Reduktionsmaßnahmen, als Teil Ihres CO₂-Reduktionsplans gegenüber der zertifizierenden Stelle.
• Nehmen Sie es in Ihren Projektplan bei Ausschreibungen auf, bei denen die CO₂-Leistungsleiter als Vergabekriterium gilt, mit konkreten, nachvollziehbaren Zahlen statt allgemeiner Nachhaltigkeitsaussagen.
Warum Zahlen wichtiger sind als Behauptungen
Zertifizierende Stellen und Auftraggeber bewerten CO₂-Reduktionsmaßnahmen anhand von Nachweisen, nicht anhand von Absichten. Eine Aussage wie „wir setzen nachhaltige Faserverstärkung ein“ hat ohne zugrunde liegende Zahlen wenig Wert. Eine Begründung wie „durch Faserverstärkung wurde die Produktionstemperatur um 18 °C gesenkt, was X Liter Kraftstoffeinsparung pro Tonne produziertem Asphalt entspricht“ ist direkt innerhalb eines CO₂-Leistungsleiter-Prozesses verwendbar.
Fazit
Faserverstärkung von Beton und Asphalt liefert konkrete, messbare Beiträge zur Scope-3-Reduktion innerhalb der CO₂-Leistungsleiter. Für eine belastbare Begründung ist es wichtig, die tatsächliche Einsparung pro Projekt berechnen zu lassen, statt sich auf allgemeine Nachhaltigkeitsaussagen zu verlassen.