Flächenbefestigung: Arten im Vergleich, von Asphalt und Beton bis Pflaster und wassergebundener Decke

Anwendungen und Zielgruppen5. November 202616 Min. LesezeitPortretfoto van Sjors BeemsterboerVerfasst von Sjors Beemsterboer

Welche Arten der Flächenbefestigung gibt es? Gebundene Bauweise (Asphalt, Beton), Pflaster und Platten sowie ungebundene Decken im Vergleich, mit der Wahl je Fläche und der Rolle von Fasern.

Eine Flächenbefestigung macht einen Hof, ein Betriebsgelände, einen Parkplatz, einen Weg oder ein Bankett dauerhaft befahrbar und begehbar, auch bei Nässe. Es gibt drei Arten: die gebundene Bauweise (Asphalt und Beton als durchgehende Schicht), Pflasterdecken und Plattenbeläge (Betonsteinpflaster, Klinker, Naturstein, Platten und Rasengittersteine in einer Bettung) und die ungebundene Bauweise (Kies, Schotter, Splitt und die wassergebundene Wegedecke). Die Arten unterscheiden sich in Tragfähigkeit, Pflegeaufwand, Rückbaubarkeit und darin, wie viel Regenwasser sie versickern lassen.

Im Folgenden lesen Sie, wie die befestigten Flächen aufgebaut sind, wie sie sich zueinander verhalten und welche Flächenbefestigung je Anwendung üblich ist. Fasern spielen nur in der gebundenen Bauweise eine Rolle: Aramidfasern im Asphalt und Makrofasern im Ortbeton. Bei Pflaster, Platten und ungebundenen Decken bringen sie nichts.

Arten der Flächenbefestigung: gebunden, gepflastert, ungebunden

Die gängige Einteilung befestigter Flächen richtet sich nach der obersten Schicht. Bei der gebundenen Bauweise ist das eine durchgehende Decke aus Asphalt oder Beton, in der ein Bindemittel (Bitumen oder Zement) die Gesteinskörnung zusammenhält. Bei einer Pflasterdecke oder einem Plattenbelag liegen einzelne Elemente nebeneinander, mit Fugen dazwischen. Bei der ungebundenen Bauweise besteht die Deckschicht aus losem, verdichtetem Mineralgemisch wie Kies, Schotter oder Splitt. Diese Dreiteilung finden Sie in Ausschreibungen und im Lehrstoff des Straßen- und Tiefbaus; in Deutschland unterscheidet die RStO (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen) entsprechend Bauweisen mit Asphalt-, Beton- und Pflasterdecke. In der Schweiz heißen Asphalt- und Betondecken auch Hartbeläge.

Daneben wird oft schlicht nach Material unterschieden: Asphalt, Beton, Pflaster und Platten, Schotter und Kies. Beide Sichtweisen passen zusammen, denn Asphalt und Beton bilden gemeinsam die gebundene Bauweise. Eine Sonderform ist die Bodenverfestigung, bei der der vorhandene oder angelieferte Boden mit Zement, Kalk oder Polymeren zu einer tragfähigen Schicht verarbeitet wird. Die Übersicht stellt die Arten nebeneinander.

Arten der Flächenbefestigung im Überblick
Art der BefestigungBeispieleTypische AnwendungWasserdurchlässigRolle von Fasern
Gebundene Bauweise: AsphaltAsphaltbeton, Splittmastixasphalt (SMA), offenporiger Asphalt, GussasphaltStraßen, Betriebs- und Logistikflächen, Parkplätze, HofflächenNein; bei offenporigem Asphalt fließt Wasser durch die Deckschicht zur Seite, die Schichten darunter sind dichtAramidfasern im Mischgut verzögern Spurrinnen und Risse
Gebundene Bauweise: BetonBetondecke mit Fugen, durchgehend bewehrte Betondecke, Faserbeton, BetonfertigteilplattenHofflächen, Fahrsilos, Lade- und Rangierzonen, Busspuren, KreisverkehreNeinMakrofasern begrenzen die Breite von Schwind- und Lastrissen, Mikrofasern wirken gegen plastische Schwindrisse. Im konstruktiven Einsatz nur nach Bemessung durch den Tragwerksplaner
Pflasterdecke und PlattenbelagBetonsteinpflaster, Klinkerpflaster, Natursteinpflaster, Betonplatten, RasengittersteineWohnstraßen, Zufahrten, Plätze, Gehwege, BanketteTeilweise, über die Fugen; Rasengitter und versickerungsfähiges Pflaster mehrKeine
Ungebundene BauweiseKies, Schotter, Splitt, Recyclingschotter, wassergebundene WegedeckeFuß- und Radwege, Feldwege, wenig genutzte Parkflächen, BaustraßenGrößtenteils; mit Bindemittel verfestigte Decken wenigerKeine

Welche Arten von Straßenbelägen gibt es?

Straßenbeläge lassen sich in vier Hauptarten einteilen: Asphalt, Beton, Pflaster und ungebundene Decken. Asphalt und Beton gehören zur gebundenen Bauweise, Pflaster und Platten bilden die Pflasterbauweise, Kies, Schotter und die wassergebundene Wegedecke die ungebundene Bauweise. Jede Art hat ihren eigenen Platz im Wegenetz.

Beim Asphalt wählt der Straßenbaulastträger die Deckschicht je nach Lage: Asphaltbeton ist die verbreitete Deckschicht auf Gemeinde- und Kreisstraßen, Splittmastixasphalt ist besonders standfest gegen Spurrinnen und liegt auf stark befahrenen Straßen, und offenporiger Asphalt (umgangssprachlich Flüsterasphalt, in den Niederlanden als ZOAB Standard auf Autobahnen) senkt das Rollgeräusch und führt Wasser ab. Betondecken, meist als unbewehrte Platten mit verdübelten Querfugen, in Belgien auch oft als durchgehend bewehrte Decke, finden Sie auf Autobahnabschnitten, Busspuren, Kreisverkehren und schwer belasteten Betriebsflächen. Pflaster liegt vor allem in Wohnstraßen und verkehrsberuhigten Bereichen, ungebundene Decken auf Feld- und Waldwegen und auf Freizeitwegen für Fußgänger und Radfahrer.

Gebundene Bauweise: Asphalt und Beton

Die gebundene Bauweise ergibt eine durchgehende Decke ohne lose Teile: Asphalt, in dem Bitumen Splitt und Sand bindet, oder Beton, in dem Zement diese Aufgabe übernimmt. Beton erhält zwar Schein- oder Raumfugen, die Schwinden und Temperaturbewegung lenken, bleibt aber eine zusammenhängende Platte. Betonfertigteilplatten, etwa Hofplatten, liegen dazwischen: große Betonelemente, die als geschlossene Fläche wirken, sich aber wieder aufnehmen lassen. Eine gebundene Flächenbefestigung ist fest und eben und verträgt schweren und drehenden Verkehr besser als Pflaster oder eine ungebundene Decke.

Die Kehrseite: Durch eine gewöhnliche Asphalt- oder Betondecke versickert kein Regenwasser, es braucht also Gefälle und eine Entwässerung. Und für Kabel oder Leitungen muss die Decke aufgeschnitten werden, statt sie einfach aufzunehmen.

Asphaltbefestigung: Aufbau und Spurrinnen

Asphalt ist eine flexible Befestigung, die in Schichten aufgebaut wird: Auf einer ungebundenen Tragschicht aus Schotter oder Recyclingmaterial (in frostgefährdeten Lagen über einer Frostschutzschicht) folgen die Asphalttragschicht, bei höherer Belastung eine Asphaltbinderschicht und darauf die Asphaltdeckschicht, die Verkehr und Witterung aufnimmt. Asphalt ist schnell eingebaut, kurz nach dem Verdichten und Abkühlen befahrbar und ergibt eine ebene, vergleichsweise leise Oberfläche.

Die Schwachstelle von Asphalt auf Betriebs- und Hofflächen sind Spurrinnen: Langsamer, schwerer und drehender Verkehr drückt das Asphaltgefüge bei hohen Temperaturen weg, vor allem in Lade- und Rangierzonen, an Einfahrten und auf Höfen, wo Schlepper und Radlader immer an derselben Stelle wenden. Hinzu kommen Risse durch Ermüdung und Temperaturwechsel.

Hier kommt faserverstärkter Asphalt ins Spiel. AsphaltX, eine Fasermischung aus Aramid (Twaron) und Polyolefin von rund 19 mm Länge, wird mit 500 Gramm pro Tonne Mischgut im Asphaltmischwerk zugegeben, ohne Änderung der Rezeptur oder der Einbaugeräte. Auf der niederländischen Provinzstraße N337 zeigte das Monitoring über 8 km 50% weniger Spurrinnen und 30% weniger Risse als der Referenzabschnitt.

Betonfläche und Betondecke

Beton ist eine starre Befestigung, die die Last über eine große Fläche verteilt. Üblich sind vier Ausführungen: Platten mit Fugen (häufig mit Dübeln, die die Platten verbinden), durchgehend bewehrte Betondecken ohne Querfugen, Ortbeton als Faserbeton ohne Bewehrungsmatte und Betonfertigteilplatten. Eine Betonfläche verträgt stehende schwere Lasten und Punktlasten, etwa Auflieger auf ihren Stützen oder Container, besser als Asphalt und braucht wenig Unterhalt. Sie stellt aber Ansprüche an den Untergrund: Setzt sich die Tragschicht darunter, bricht die Platte, und die Instandsetzung ist aufwendiger als bei Asphalt. Wie sich die Plattendicke aus Belastung und Untergrund ergibt, lesen Sie unter wie dick eine Bodenplatte aus Beton sein muss.

Im Ortbeton kann eine Makrofaser die Bewehrungsmatte ersetzen; welche Faser wo passt, steht weiter unten im Abschnitt über Fasern in der gebundenen Bauweise.

Hofbefestigung in der Landwirtschaft: Beton, Hofplatten oder Asphalt

Eine Hofbefestigung entsteht als Ortbeton, als vorgefertigte Hofplatten (in der niederländischen Praxis wird oft ein Format von 2 mal 2 Metern und 14 cm Dicke genannt) oder als Asphalt. Bei Platten ist die Oberflächenstruktur eine bewusste Wahl: Eine besenstrichraue Oberfläche gibt Vieh und Maschinen Halt, lässt sich aber schwerer reinigen; eine glatte Oberfläche ist leichter abzukehren, wird bei Nässe aber schneller rutschig. Weil Platten weniger eben liegen als eine Ortbetonfläche, brauchen sie mehr Gefälle: In der niederländischen landwirtschaftlichen Beratung werden 1 bis 1,5% für Platten und Asphalt genannt, gegenüber 0,75 bis 1% für einen Hof aus Ortbeton. Plattendicke und Faserdosierung je Anwendung finden Sie unter Hofbefestigung und Stallböden aus Faserbeton.

Pflasterdecken und Plattenbeläge

Ein Pflasterbelag besteht aus einzelnen Elementen: Betonsteinpflaster (oft als Verbundpflaster), Klinkerpflaster, Natursteinpflaster und Kopfsteinpflaster oder großformatige Betonplatten. In der üblichen ungebundenen Pflasterbauweise liegen sie in einer Bettung aus Splitt oder Brechsand auf einer Tragschicht aus Schotter, und eine Randeinfassung aus Rand- oder Bordsteinen hält das Ganze in Position. Die Tragfähigkeit entsteht aus dem Zusammenspiel von Tragschicht, Bettung, Verlegemuster und eingekehrtem Fugenmaterial. Daneben gibt es die gebundene Pflasterbauweise, bei der Bettung und Fugen mit Mörtel ausgeführt werden; sie ist steifer, aber nicht mehr einfach aufnehmbar.

Der große Vorteil ist die Rückbaubarkeit: Für Kabel und Leitungen oder nach einer Setzung werden die Steine aufgenommen und neu verlegt, und sie lassen sich wiederverwenden. Über die Fugen lässt ein Pflasterbelag einen Teil des Regenwassers durch; versickerungsfähiges Pflaster (mit breiten Sickerfugen oder aus haufwerksporigem Beton) deutlich mehr. Die Nachteile: mehr Rollgeräusch und weniger eben als Asphalt oder Beton, Bewuchs in den Fugen, und unter schwerem drehendem Verkehr können Steine wandern und die Bettung ausweichen. Deshalb liegt Pflaster vor allem in Wohnstraßen, auf Zufahrten, Plätzen und Gehwegen. Für Schwerverkehr gibt es dickere Betonsteine im Fischgrätverband auf einer kräftigen Tragschicht, unter anderem auf Containerterminals; auf Höfen mit wendenden Radladern wählt man meist die gebundene Bauweise.

Fasern spielen in einer Pflasterdecke keine Rolle: Es gibt keine gegossene Schicht, die man verstärken könnte. Belastbarer wird ein Pflasterbelag über die Tragschicht, die Steindicke und das Verlegemuster.

Bankettbefestigung: Rasengittersteine und Schotterrasen

Für Bankette, Ausweichstellen und Aufstellflächen, auf denen nur gelegentlich ein Fahrzeug steht oder ausweicht, ist eine begrünte Befestigung üblich: Rasengittersteine aus Beton, Rasengitter aus Kunststoff oder Schotterrasen. Der grüne Charakter bleibt, Regenwasser versickert durch die offenen Kammern im Boden, und das Bankett wird bei Nässe nicht zerfahren. Für täglichen Schwerverkehr reicht die Tragfähigkeit nicht aus.

Ungebundene Bauweise: Kies, Schotter und wassergebundene Wegedecke

Die ungebundene Bauweise ist eine Befestigung aus verdichtetem Mineralgemisch: Sie trägt mehr als der gewachsene Boden, kommt aber ohne das Bindemittel aus, das Asphalt und Beton zusammenhält. Die gängigen Varianten sind:

• Kies: runde Körner, wasserdurchlässig, weicht unter Reifen und Füßen aber leicht aus.

• Schotter und Splitt: gebrochenes Gestein; die kantigen Körner verzahnen sich und geben mehr Stabilität als Kies.

• Recyclingschotter: aufbereiteter Bauschutt aus Beton und Mauerwerk, der auch viel als Tragschicht unter anderen Befestigungen dient.

• Wassergebundene Wegedecke: eine dünne Deckschicht aus feinkörnigem Mineralgemisch (etwa Brechsand-Splitt-Gemisch oder Kalksteinsplitt) auf einer Schottertragschicht, verdichtet und durch den Feinanteil und Feuchtigkeit zusammengehalten; in der Schweiz oft Mergelbelag oder Chaussierung genannt. In den Niederlanden sind dafür auch Muschelschalen verbreitet.

• Mit Bindemittel verfestigte Wegedecken: ungebundene Decken, denen ein Bindemittel zugesetzt wird; sie tragen deutlich mehr als lose Schüttungen und neigen weniger zu losen Körnern und Schlaglöchern.

Die ungebundene Bauweise ist die klassische Wegebefestigung für Spazierwege, Parkwege, Reitwege und touristische Radwege. Ein Radweg mit täglich vielen Radfahrern bekommt meist Asphalt oder Beton, weil eine wassergebundene Decke bei Regen und Trockenheit weniger komfortabel zu fahren ist. Auf Baustellen dient Recyclingschotter häufig als provisorische Befestigung; wann provisorischer Asphalt die bessere Wahl ist, lesen Sie unter Baustraßen aus faserverstärktem Asphalt.

Die Vorteile: Eine ungebundene Decke ist günstig im Bau und lässt Regenwasser größtenteils im Boden versickern. Die Nachteile: Sie braucht häufiger Pflege (nachfüllen, profilieren, Schlaglöcher schließen), staubt bei Trockenheit und eignet sich weniger für schweren und drehenden Verkehr, weil das Material verdrückt wird. Fasern haben in der ungebundenen Bauweise keine Funktion: Die Stabilität kommt aus der Kornabstufung, der Verdichtung und bei verfestigten Decken aus dem Bindemittel.

Befestigte Flächen im Vergleich: Tragfähigkeit, Lärm, Pflege und Wasser

Welche Flächenbefestigung oder welcher Straßenbelag passt, hängt von vier Eigenschaften ab: der Tragfähigkeit bei der erwarteten Belastung, Fahrkomfort und Griffigkeit, der Geräuschentwicklung und dem Unterhalt über die Nutzungsdauer. Dazu kommt der Umgang mit Regenwasser. Asphalt punktet bei Komfort und Lärm und ist schnell eingebaut, Beton trägt die schwersten Lasten mit dem geringsten Unterhalt, Pflaster ist aufnehmbar und wiederverwendbar, und eine ungebundene Decke ist günstig und durchlässig, aber nur für leichte Nutzung geeignet. Die Tragfähigkeit hängt bei jeder Art auch von der Tragschicht darunter ab.

Arten der Flächenbefestigung nach Eigenschaften verglichen
Art der BefestigungTragfähigkeitFahrkomfort und LärmUnterhalt und InstandsetzungAufnehmbar und wiederverwendbar
AsphaltHoch, abhängig von Schichtaufbau und TragschichtEben und leise; offenporiger Asphalt (OPA) und lärmtechnisch optimierte Deckschichten sind am leisestenDeckschicht periodisch erneuern; örtliche Ausbesserungen bleiben sichtbarNicht als Einzelteile; Fräsasphalt lässt sich im neuen Asphalt wiederverwenden
BetonSehr hoch, auch bei stehendem Schwerverkehr und PunktlastenGut, aber Fugen und Textur erzeugen mehr Rollgeräusch als offenporiger AsphaltWenig Unterhalt; Instandsetzung aufwendigerNicht als Einzelteile (Fertigteilplatten schon); Betonbruch ist als Recyclingmaterial verwertbar
Pflaster und PlattenMittel bis hoch, stark abhängig von Bettung und TragschichtWeniger eben, mehr RollgeräuschBei Setzungen örtlich umlegen; Fugen nachfüllenJa, die Steine lassen sich neu verlegen
Ungebundene DeckeGering (mit Bindemittel verfestigt höher)Uneben, Staub bei TrockenheitRegelmäßig nachfüllen und profilierenJa, das Material lässt sich neu profilieren

Versickerung: Welche Flächenbefestigung lässt Regenwasser durch?

Eine gewöhnliche Asphalt- oder Betondecke versiegelt die Fläche: Das Wasser läuft über das Gefälle zu Rinnen, Abläufen, einer Mulde oder einer Versickerungsanlage. Ausnahmen sind offenporiger Asphalt wie ZOAB, bei dem das Wasser durch die Deckschicht zur Seite fließt, und speziell wasserdurchlässiger Beton. Pflaster lässt einen Teil über die Fugen durch, versickerungsfähiges Pflaster und Rasengittersteine mehr. Ungebundene Decken lassen das meiste Wasser im Boden versickern, mit Bindemittel verfestigte etwas weniger. Weil Starkregen häufiger wird, achten Gemeinden zunehmend auf versiegelte Flächen und auf den Umgang mit Niederschlagswasser, bis hin zur Entsiegelung; in Deutschland richtet sich zudem die Niederschlagswassergebühr vieler Gemeinden nach der versiegelten Grundstücksfläche. Was für eine neue oder größere befestigte Fläche gilt, erfragen Sie deshalb vorab bei Ihrer Gemeinde.

Auch Hitze spielt eine Rolle: Pflaster dehnt sich aus und kann Schaden nehmen, und eine dunkle Befestigung heizt sich stark auf. Die niederländische Agentur für Unternehmensförderung RVO nennt helle Gesteinskörnungen in Asphalt oder Beton und ein härteres Bitumen als Maßnahmen; wie Fasern Spurrinnen in heißen Sommern entgegenwirken, lesen Sie unter hitzebeständiger Asphalt.

Welche Flächenbefestigung für welchen Zweck?

Die Wahl der Flächenbefestigung folgt aus fünf Fragen: Welche Belastung kommt darauf (das schwerste Fahrzeug, fahrend, wendend oder stehend), wie intensiv ist die Nutzung, muss die Befestigung aufnehmbar sein, wohin mit dem Regenwasser, und was dürfen Bau und Unterhalt über die Nutzungsdauer kosten. Die Tabelle zeigt die übliche Wahl je Anwendung.

Flächenbefestigung je Anwendung (übliche Wahl; die Bemessung hängt von Belastung und Untergrund ab)
Fläche oder AnwendungÜbliche BefestigungWorauf es ankommtRolle von Fasern
Hof und Wirtschaftsweg (Landwirtschaft)Ortbeton, Betonplatten oder AsphaltWendende Radlader und Schlepper, Gülle und Silagesickersaft, GefälleMakrofaser (TwistR, Wiking) im Ortbeton; Aramidfaser im Asphalt
Betriebsgelände mit Lade- und RangierzoneBeton, bei großer Fläche auch AsphaltStehende und wendende Lkw, PunktlastenMakrofaser oder Stahlfaser im Beton (Dosierung nach Bemessung); Aramidfaser gegen Spurrinnen im Asphalt
Logistikfläche und ParkplatzAsphalt, Beton bei schwerer BelastungAnfahren, Bremsen und Wenden, SpurrinnenAramidfaser im Asphalt; Makrofaser in der Betondecke
Zufahrt am WohnhausPflaster, Asphalt, Beton oder KiesAufnehmbarkeit, Optik, BudgetNur bei einer Zufahrt aus Ortbeton: Makrofaser statt Matte, eventuell ergänzt durch eine Mikrofaser gegen plastische Schwindrisse
Fuß- und RadwegWassergebundene Decke, Asphalt oder BetonKomfort, Wurzelaufbrüche, UnterhaltMakro- und Mikrofaser bei einem Radweg aus Beton
Bankett und AufstellflächeRasengittersteine, Kunststoff-Rasengitter, SchotterrasenGelegentlich ein Fahrzeug, Begrünung, VersickerungKeine
Provisorische BaustraßeStahlplatten, Recyclingschotter oder AsphaltSchwere Baulogistik, späterer RückbauAramidfaser im provisorischen Asphalt
Verschlissene AsphaltflächeÜberbauen, Fräsen und neu asphaltieren, oder White ToppingIst die Tragschicht noch intakt?Faserbeton als dünne Betonschicht über dem alten Asphalt (White Topping)

Dicke und Kosten je Fläche

Dicke und Faserdosierung einer betonierten Hoffläche finden Sie unter Faserbeton in der Landwirtschaft, die Abwägung zwischen Asphalt und Beton auf Parkflächen unter Faserverstärkung für Parkplätze und die Wahl zwischen Stahlplatten, Recyclingschotter und Asphalt unter schwere Baustraßen. Dicke und Preis einer Zufahrt aus Beton stehen im Artikel über Terrassen und Zufahrten ohne Bewehrungsmatte. Wie ein Radweg in Asphalt oder Beton aufgebaut ist, lesen Sie in unserem Artikel über Radwegbeläge.

Was Asphalt kostet und wie Pflaster und Beton im Vergleich abschneiden, steht unter Asphaltpreise pro m²; der Preis einer Betonfläche ergibt sich aus dem Betonpreis pro m³.

Wo Fasern in der gebundenen Bauweise den Unterschied machen

Asphalt. Auf Logistik-, Park- und Betriebsflächen, Höfen und Baustraßen sind Spurrinnen das größte Risiko. AsphaltX eignet sich für offenporigen Asphalt, Splittmastixasphalt und dichten Asphaltbeton; das Aramid schmilzt im heißen Mischgut nicht. Ein Beispiel mit schwerem landwirtschaftlichem Verkehr ist die Straßenverstärkung für schweren Agrarverkehr in Witmarsum: 2018 mit 600 Tonnen faserverstärktem Asphalt gebaut und laut Gemeinde Jahre später noch in gutem Zustand, ohne besondere Schadensbilder.

Beton. Im Ortbeton für Hofflächen, Waschplätze, Bushaltestellen und Betriebsflächen ersetzen Makrofasern die Bewehrungsmatte im nicht konstruktiven Einsatz: keine Matte verlegen und auf Abstandhalter setzen, und die Fasern sitzen im gesamten Betonvolumen. Eine Betonfläche ohne Bewehrungsmatte ist damit schneller eingebaut. TwistR, eine Polypropylen-Makrofaser von 48 mm (2,0 bis 6,0 kg/m³), wird unter anderem in Hofbefestigungen, Radwegen, Bushaltestellen und Waschplätzen eingesetzt. Wiking 4050 TR (Polyolefin, 48 mm, 2 bis 6 kg/m³, EN 14889-2 Klasse II) ist für raue und landwirtschaftliche Betonflächen gedacht. Bei sehr schwerer Belastung kann eine Stahlfaser wie MPWG HT+ 50/0.90 (EN 14889-1) die bessere Wahl sein, mit einer Dosierung nach Bemessung. Ist die Befestigung konstruktiv, entscheidet der Tragwerksplaner, ob und in welcher Menge Fasern die Bewehrung ersetzen; wann Kunststofffaserbeton die richtige Wahl ist, steht in einem eigenen Artikel. Gegen plastische Schwindrisse in den ersten Stunden nach dem Betonieren, bei Außenflächen, die in Sonne und Wind schnell austrocknen, hilft eine Mikrofaser wie Promicro (0,6 bis 1,0 kg/m³). Promicro ist nicht konstruktiv; mehr dazu unter Schwindrisse vermeiden.

Sanieren. Ist eine Asphaltfläche verschlissen, die Tragschicht aber noch intakt, kann eine dünne Schicht Faserbeton über dem bestehenden Asphalt der Fläche ein zweites Leben geben, ohne den alten Asphalt vorher vollständig abzutragen. Diese Technik heißt White Topping.

Planen Sie eine Flächenbefestigung in Asphalt oder Beton neu oder wollen Sie eine bestehende erneuern, dann berechnen Sie mit dem Faserrechner eine erste Menge, sehen Sie sich die Dokumente und Datenblätter an oder fordern Sie ein Angebot an. Nennen Sie dabei die Art der Fläche, die Belastung mit dem schwersten Fahrzeug, den Untergrund, die Schichtdicke und ob es um Asphalt oder Beton geht. Weitere Anwendungen im Außenbereich finden Sie unter Anwendungen und Zielgruppen.

Häufig gestellte Fragen

Welche Arten der Flächenbefestigung gibt es?
Es gibt drei Arten: die gebundene Bauweise (Asphalt und Beton als durchgehende Decke), Pflasterdecken und Plattenbeläge (Betonstein-, Klinker- und Natursteinpflaster, Betonplatten, Rasengittersteine) und die ungebundene Bauweise (Kies, Schotter, Splitt und wassergebundene Wegedecke). Sie unterscheiden sich in Tragfähigkeit, Unterhalt, Aufnehmbarkeit und Wasserdurchlässigkeit.
Welche Arten von Straßenbelägen gibt es?
Die vier Hauptarten sind Asphalt (Asphaltbeton, Splittmastixasphalt, offenporiger Asphalt), Beton (Platten mit verdübelten Fugen oder durchgehend bewehrte Decke), Pflaster (Betonstein, Klinker, Naturstein) und ungebundene Decken (Kies, Schotter, wassergebundene Decke). Asphalt und Beton tragen Schwerverkehr, Pflaster ist aufnehmbar und passt in Wohnstraßen, ungebundene Decken sind für leichte Nutzung wie Fuß- und Radwege gedacht.
Was ist der Unterschied zwischen gebundener und ungebundener Bauweise?
In der gebundenen Bauweise hält ein Bindemittel, Bitumen oder Zement, die Gesteinskörnung zu einer durchgehenden Decke zusammen: tragfähig, eben und in der Regel nicht wasserdurchlässig. In der ungebundenen Bauweise trägt verdichtetes Mineralgemisch ohne Bindemittel; sie ist günstig und durchlässig, braucht aber mehr Pflege und eignet sich nur für leichten Verkehr. Bei Pflaster spricht man ebenfalls von ungebundener Bauweise, wenn Bettung und Fugen ohne Mörtel ausgeführt sind.
Was ist eine Pflasterdecke?
Eine Pflasterdecke besteht aus einzelnen Steinen, etwa Betonsteinpflaster, Klinker oder Naturstein, die in einer Bettung aus Splitt oder Brechsand auf einer Schottertragschicht liegen und von Rand- oder Bordsteinen eingefasst werden. Die Steine lassen sich aufnehmen und neu verlegen, erzeugen aber mehr Rollgeräusch als Asphalt oder Beton.
Was ist eine wassergebundene Wegedecke?
Eine wassergebundene Wegedecke ist eine dünne Deckschicht aus feinkörnigem Mineralgemisch auf einer Schottertragschicht, die ohne Bindemittel durch Verdichtung, Feinanteil und Feuchtigkeit zusammenhält. Sie ist wasserdurchlässig und günstig, staubt aber bei Trockenheit, muss regelmäßig nachgearbeitet werden und eignet sich vor allem für Fuß-, Park- und Radwege mit leichtem Verkehr.
Welche Flächenbefestigung ist wasserdurchlässig?
Am durchlässigsten sind ungebundene Decken wie Kies, Schotter und die wassergebundene Wegedecke, gefolgt von Rasengittersteinen, Schotterrasen und versickerungsfähigem Pflaster. Normales Pflaster lässt nur über die Fugen Wasser durch. Asphalt und Beton versiegeln die Fläche, mit Ausnahme von offenporigem Asphalt und speziellem wasserdurchlässigem Beton.
Was ist eine Betonfläche ohne Bewehrung?
Gemeint ist meist eine Ortbetonfläche, bei der Makrofasern die Bewehrungsmatte ersetzen, etwa auf Höfen, Zufahrten oder Waschplätzen. Kunststoff-Makrofasern wie TwistR (2,0 bis 6,0 kg/m³) begrenzen die Rissbreite im nicht konstruktiven Einsatz. Ist die Fläche konstruktiv, legt der Tragwerksplaner per Bemessung fest, ob und wie viele Fasern die Bewehrung ersetzen.
Kann man Fasern in Pflaster oder Schotter einsetzen?
Nein. Bei Pflaster, Platten und ungebundenen Decken kommt die Tragfähigkeit aus Tragschicht, Bettung und Kornabstufung; es gibt keine gegossene Schicht, die man verstärken könnte. Fasern wirken in der gebundenen Bauweise: Aramidfaser AsphaltX im Asphalt gegen Spurrinnen und Risse, Makro- und Mikrofasern im Ortbeton.

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