Was kostet faserbewehrter Asphalt pro m²?

Faserbewehrter Asphalt16. Juli 20263 Min. Lesezeit

Der Preis pro m² ist die erste Frage. Ein realistischer Blick auf die Kosten von faserbewehrtem Asphalt — und warum der Aufpreis kostenneutral ausfällt.

Bei der Überlegung, faserbewehrten Asphalt einzusetzen, ist der Preis pro m² eine naheliegende erste Frage. Dieser Artikel gibt ein realistisches Bild der Kostenstruktur — mit der Anmerkung, dass ein genauer Preis stets projektabhängig ist.

Der Grundpreis von Asphalt

Der Preis für regulären Asphalteinbau variiert stark, abhängig von der Asphaltart, der Schichtdicke, der Fläche und dem Zustand des Untergrunds:

• Private Einfahrt: durchschnittlich 35 bis 60 € pro m².

• Betriebsgelände: durchschnittlich 20 bis 35 € pro m², abhängig von Fundament, Belastung und Asphaltmischung.

• Allgemeine Bandbreite (alle Anwendungen): 25 bis 130 € pro m², abhängig von der Asphaltart (zum Beispiel DAB, SMA oder ZOAB), Schichtdicke und Projektgröße.

Je größer die Fläche, desto niedriger fällt der Preis pro m² in der Regel aus, da feste Kosten wie Transport und Maschineneinsatz auf mehr Quadratmeter verteilt werden.

Aufpreis für Faserbewehrung

Die Faserbewehrung wird während des Produktionsprozesses des Asphalts hinzugefügt, was bedeutet, dass der Aufpreis vor allem aus den Kosten der Faser selbst besteht, nicht aus einem separaten Arbeitsgang. Bei Aramidfaser (dosiert mit rund 0,05 % des Gemischs) ist dieser Aufpreis im Verhältnis zum Gesamtpreis des Asphalts pro m² relativ gering — vergleichbar mit oder häufig niedriger als der Preisunterschied zwischen regulärem Bitumen und polymermodifiziertem Bitumen (PMB).

Warum Faserbewehrung kostenneutral ausfallen kann

Untersuchungen im Rahmen des europäischen FIBRA-Projekts zeigen, dass der Einsatz von Faserbewehrung anstelle von PMB in der niederländischen Situation kostenneutral sein kann, sofern eine vergleichbare Lebensdauer erreicht wird. Das liegt daran, dass:

• kein zusätzlicher Arbeitsgang nötig ist, im Gegensatz zu Bewehrungsmatten,

• ein Standard-Straßenbaubitumen anstelle des teureren PMB ausreicht,

• eine niedrigere Produktionstemperatur (rund 15-20 °C niedriger) Energie während der Produktion spart.

Faktoren, die den Preis pro m² beeinflussen

• Asphaltart: ZOAB, SMA oder DAB haben jeweils einen anderen Grundpreis.

• Schichtdicke und Anzahl der Schichten: Eine Deckschicht ist in der Regel teurer als eine Unterschicht.

• Fasertyp und Dosierung: Aramid, abhängig von den gewünschten Eigenschaften.

• Fläche: Größere Projekte profitieren von Skaleneffekten.

• Vorbereitende Arbeiten: Fräsen von bestehendem Asphalt, Erdarbeiten oder Drainage können die Gesamtkosten erheblich beeinflussen, unabhängig von der Asphaltwahl selbst.

Die Kosten über die Lebensdauer betrachtet

Ein Preis pro m² sagt nur etwas über die einmaligen Einbaukosten aus. Da Faserbewehrung zu einer längeren Lebensdauer der Fahrbahn beitragen kann (potenziell bis zu 50 % längere Lebensdauer der Fahrbahn und bis zu 200 % längere Lebensdauer der Asphaltschicht selbst, abhängig von Fasertyp und Anwendung), ist es für einen fairen Vergleich sinnvoll, die Kosten pro m² pro Jahr Lebensdauer zu betrachten, anstatt nur den einmaligen Einbaupreis.

Fazit

Der direkte Aufpreis der Faserbewehrung gegenüber regulärem Asphalt ist begrenzt und kann durch niedrigere Produktionstemperaturen und den Wegfall von PMB sogar kostenneutral ausfallen. Für ein konkretes Preisangebot ist stets ein maßgeschneidertes Angebot erforderlich, abgestimmt auf die Asphaltart, die Fläche und die spezifischen Projektanforderungen.

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