PCR Asfalt 2026: was die neue Umweltleistungsnorm bedeutet

Faserbewehrter Asphalt16. Juli 20264 Min. Lesezeit

Seit 1. Juli 2026 berechnet die PCR Asfalt 2026 die Umweltleistung von Asphaltmischungen einheitlich. So wird der Vorteil von Fasern messbar.

Seit 1. Juli 2026 ist die neue PCR Asfalt 2026 Realität. Dieses überarbeitete Regelwerk bestimmt fortan, wie die Umweltleistung von Asphaltmischungen einheitlich berechnet wird — und bildet damit die Grundlage für Ausschreibungen, LCA-Berechnungen und die Aufnahme in die Nationale Umweltdatenbank (NMD). Für Auftraggeber, Straßenbauunternehmen und Asphaltproduzenten, die Nachhaltigkeit ernst nehmen, ist dies eine Norm, die man jetzt schon gut durchdringen sollte. Für Anwendungen mit Faserverstärkung, wie AsphaltX, ist das Update besonders relevant.

Warum wurde die PCR Asfalt erneuert?

Die Product Category Rules (PCR) übersetzen die generischen Rechenregeln aus der landesweiten Bepalingsmethode Milieuprestatie Bouwwerken in die spezifische Situation von Asphalt. Sie sorgen für ein gleiches Spielfeld zwischen Auftragnehmern und Auftraggebern und schaffen Klarheit darüber, wie das Umweltprofil einer Asphaltmischung festgestellt werden muss.

Die Aktualisierung auf die 2026-Version war aus drei Gründen notwendig:

• Anschluss an die überarbeitete Bepalingsmethode 2.0 und den zugehörigen Gewichtungssatz;

• Verarbeitung aktueller Erkenntnisse aus der Branche und der Normentwicklung;

• mehr Klarheit für ausschreibende Stellen und Marktteilnehmer.

Die PCR Asfalt 2026 wurde von der Technisch Inhoudelijke Commissie der Vakgroep Bitumineuze Werken (Teil von Bouwend Nederland) in Zusammenarbeit mit Auftraggebern, Produzenten und LCA-Experten erstellt. Die Norm tritt formell zum 1. Januar 2027 in Kraft, sodass die Branche ein halbes Jahr Zeit hat, sich vorzubereiten.

Was ändert sich konkret?

Eine Reihe von Änderungen ist unmittelbar relevant für alle, die mit Asphaltmischungen und Umweltleistungen arbeiten:

• Überarbeitetes EA-Modell: eine einfachere und konsistentere Art, den Energieverbrauch zu erfassen, mit explizitem Raum für Warm Mix Asphalt (WMA).

• Aktualisiertes Modul D: ein verbesserter Ansatz zum Wiederverwertungspotenzial von Asphalt am Ende der Lebensdauer.

• Vereinfachte Bauphase: einfachere Berechnung emissionsarmer Maschinen während der Ausführung.

• Entkoppelte Branchenreferenzmischungen: Diese werden künftig separat veröffentlicht statt innerhalb der PCR selbst.

• Neue Mischungskategorien, darunter SMA mit 30 % Rezyklatanteil (PR), sowie eine einheitliche Behandlung von Warm-Mix- und Hot-Mix-Asphalt.

• Ergänztes NMD-Verifizierungsprotokoll, speziell ausgerichtet auf die Prüfung von LCAs, die gemäß dieser PCR erstellt wurden.

Gemeinsam sorgen diese Änderungen für mehr Transparenz und eine besser vergleichbare Umweltleistung zwischen verschiedenen Asphaltmischungen — etwas, das Gemeinden und Provinzen dringend benötigen, da sie für den größten Teil des niederländischen Asphaltstraßennetzes verantwortlich sind, meist aber nicht über die interne Expertise verfügen, um Umweltleistungen selbst zu beurteilen.

Was bedeutet das für faserverstärkten Asphalt?

Die Überarbeitung der PCR wirkt sich unmittelbar auf den Business Case für Faserverstärkung aus. Zwei Punkte sind hier am wichtigsten:

• Niedrigere Produktionstemperatur zählt jetzt klarer mit. Mit dem überarbeiteten EA-Modell wird der Energieverbrauch konsistenter erfasst, mit explizitem Raum für Warm Mix Asphalt. Faserverstärkte Mischungen mit Straßenbaubitumen (anstelle von polymermodifiziertem Bitumen, PMB) können in der Regel bei einer niedrigeren Temperatur produziert werden — in Praxistests an der A73 zum Beispiel rund 20 °C niedriger als die Referenzmischung mit PMB. Ein präziseres EA-Modell bedeutet, dass dieser Vorteil in der letztlichen Umweltleistungsbewertung (MKI) besser sichtbar wird.

• Der Ersatz von PMB durch Fasern wird besser fundiert. Traditionell wird Asphalt mit polymermodifiziertem Bitumen oder mit Bewehrungsmatten verstärkt. Beide Optionen haben einen Nachteil: PMB ist schwieriger zu recyceln, und Bewehrungsmatten erfordern einen zusätzlichen Arbeitsgang. Aramidfasern bieten eine Alternative, die die Umwelt weniger belastet, keinen zusätzlichen Arbeitsgang erfordert und den Asphalt zugleich stärker macht. Mit einer einheitlichen, aktualisierten Berechnungsmethode können Auftraggeber diesen Unterschied künftig objektiv bei Ausschreibungen vergleichen.

Was bedeutet das für Auftraggeber und Straßenbauunternehmen?

Mit der PCR Asfalt 2026 als eindeutiger Grundlage wird es für Gemeinden und Provinzen einfacher, Nachhaltigkeit als gleichwertiges Vergabekriterium neben dem Preis anzuwenden. Für Straßenbauunternehmen und Asphaltmischwerke bedeutet es, dass sich Investitionen in Faserverstärkung und niedrigere Produktionstemperaturen in einer nachweislich besseren Umweltbewertung niederschlagen — mit direkter Anbindung an die Nationale Umweltdatenbank.

Konkret empfehlen wir:

• Rechnen Sie rechtzeitig durch, was das neue Modul D und das EA-Modell für Ihr aktuelles Mischungsportfolio bedeuten, insbesondere wenn Sie bereits mit faserverstärkten Mischungen arbeiten.

• Fordern Sie bei Ausschreibungen, in denen Umweltleistung mitwiegt, einen Vergleich auf Basis der neuen PCR.

• Dokumentieren Sie Produktionstemperaturen und Wiederverwertungsanteile schon jetzt, damit der Übergang zu den neuen Rechenregeln später reibungslos verläuft.

Fazit

Die PCR Asfalt 2026 ist mehr als ein technisches Update. Sie ist ein Schritt hin zu einer Branche, in der Umweltleistung ebenso hart und vergleichbar gemacht wird wie Festigkeit oder Lebensdauer. Für faserverstärkte Lösungen wie AsphaltX — die schon länger auf niedrigere Produktionstemperaturen, weniger PMB-Einsatz und eine längere Lebensdauer setzen — bietet dies die Chance, diese Vorteile künftig schwarz auf weiß in jeder Ausschreibung zu zeigen.

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Quellen

• Bouwend Nederland, "Nieuwe versie PCR Asfalt 2026 verschenen", 1. Juli 2026.

• Nationaal Platform Duurzame Wegverharding (NPDW), "Asfalt duurzaam inkopen met vernieuwde PCR-richtlijn voor milieuprestaties".

• CEDR FIBRA-Projekt, Deliverable 6.2 "Exploitation Strategy Plan" und Deliverable 5.1 "Scaling up of the production process and implementation of test sections", 2021.

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