Das FIBRA-Projekt: europäische Forschung zu faserbewehrtem Asphalt
Hinter den niederländischen Versuchsstrecken mit Faserasphalt steht ein größeres europäisches Projekt. Was FIBRA umfasste und wer beteiligt war.
Hinter den Versuchsstrecken mit faserbewehrtem Asphalt in den Niederlanden steckt ein größeres, europäisches Forschungsprojekt. Was genau umfasste das FIBRA-Projekt, und wer war daran beteiligt?
Was ist FIBRA?
FIBRA steht für Fostering the implementation of fibre-reinforced asphalt mixtures by ensuring its safe, optimized and cost-efficient use. Das Projekt lief von 2018 bis 2020 und wurde im Rahmen des CEDR-Forschungsprogramms durchgeführt, der Conférence Européenne des Directeurs des Routes, in der europäische Straßenbaubehörden zusammenarbeiten.
Eine internationale Partnerschaft
Das Projekt stand unter der Leitung der Universität Kantabrien in Spanien und wurde gemeinsam mit unter anderem Empa aus der Schweiz, der Technischen Universität Braunschweig aus Deutschland, BAM Infra aus den Niederlanden sowie Veidekke Industri und SINTEF aus Norwegen durchgeführt. Rijkswaterstaat war im Namen der Niederlande in der breiteren CEDR-Kooperation eingebunden.
Ziele des Projekts
Das Ziel von FIBRA war es, den Einsatz faserbewehrter Asphaltmischungen zu fördern, indem die Sicherheit, Optimierung und Kosteneffizienz dieser Mischungen sichergestellt wurde. Das Projekt lieferte unter anderem praktische Richtlinien für die Bemessung und Charakterisierung faserbewehrter Asphaltmischungen sowie für die bautechnische Bemessung von Fahrbahnbefestigungen mit diesen Mischungen.
Vom Labor zur Versuchsstrecke
Neben praktischen Bemessungsrichtlinien umfasste das Projekt auch die Skalierung des Produktionsprozesses und den Bau von Testabschnitten, darunter die Versuchsstrecken auf der niederländischen Autobahn A73. Auch die Umweltauswirkungen der FIBRA-Fahrbahnbefestigungen wurden im Rahmen des Projekts bewertet.
Warum BAM an Fasern glaubte
BAM sah deutliche Vorteile der Faserverstärkung gegenüber polymermodifiziertem Bitumen, insbesondere hinsichtlich Lebensdauer, Produktionstemperatur und damit Nachhaltigkeit. Da sich der Ersatz von polymermodifiziertem Bitumen durch faserverstärktes Bitumen als kostenneutral erwies, sah BAM darin einen strategischen Vorteil, die Möglichkeiten von Fasern weiter zu erkunden.
Fazit
Das FIBRA-Projekt bildete die wissenschaftliche Grundlage für die faserbewehrten Versuchsstrecken in den Niederlanden und darüber hinaus. Durch die Bündelung des Wissens mehrerer europäischer Forschungsinstitute und Straßenbauunternehmen trug das Projekt zu praktischen Richtlinien bei, die die breitere Anwendung von faserbewehrtem Asphalt näherbringen sollen.