Stahlfaserbeton: Anwendungen, Dosierung und Preis pro m³

Faserbewehrter Beton31. Juli 202614 Min. LesezeitPortretfoto van Sjors BeemsterboerVerfasst von Sjors Beemsterboer
Stahlfasern mit Endhaken für Stahlfaserbeton, pro Bündel verklebt für eine homogene Mischung

Stahlfaserbeton ersetzt Matten und Körbe durch Stahlfasern im Gemisch. Was er 2026 pro m³ kostet, welche Dosierung und Leistungsklasse Sie brauchen, wo er passt und wo nicht.

Stahlfaserbeton ist Beton, dem beim Mischen, meist schon im Betonwerk, Stahlfasern zugegeben werden, in der Regel 25 bis 50 kg pro m³. Die Fasern übernehmen die Rolle von Bewehrungsmatten oder -körben ganz oder teilweise und geben dem Beton Biegezugfestigkeit und Duktilität in alle Richtungen. Indikativ kostet Stahlfaserbeton in Deutschland 2026 etwa 200 bis 290 € pro m³ netto ab Werk, abhängig von Dosierung beziehungsweise Leistungsklasse, Festigkeitsklasse und Region.

Was ist Stahlfaserbeton und wie funktioniert er?

Beton ist stark unter Druck, aber schwach unter Zug: Die Zugfestigkeit beträgt grob ein Zehntel der Druckfestigkeit. Traditionell löst ein Tragwerksplaner das mit Bewehrungsstahl an den Stellen, an denen Zugspannung auftritt. Stahlfaserbeton geht anders vor: Hunderttausende kurze Stahlfasern — eine 35-mm-Faser zählt ± 14.500 Stück pro kg, bei 25 kg/m³ also schon rund 360.000 Fasern pro Kubikmeter — verteilen sich über das gesamte Volumen und überbrücken Risse, sobald sie entstehen. So entsteht ein dreidimensional bewehrtes Material ohne separaten Bewehrungsarbeitsgang.

Die Leistung einer Stahlfaser wird vor allem von drei Parametern bestimmt: dem Aspektverhältnis (Verhältnis Länge/Durchmesser), der Zugfestigkeit des Stahldrahts und der Verankerung. Moderne konstruktive Fasern sind kaltgezogen aus hochfestem Stahldraht und mit Endhaken versehen, die sich in der Zementmatrix verankern. Bei Rissbildung verformen sich die Haken kontrolliert, wodurch der Beton nach dem Reißen Tragfähigkeit behält, statt spröde zu versagen — dieses Nachrissverhalten (Duktilität) ist genau das, was ein Tragwerksplaner braucht, um Fasern als Bewehrung ansetzen zu dürfen.

Konstruktive Stahlfasern fallen unter die Norm EN 14889-1; das Nachrissverhalten des Faserbetons selbst wird mit dem Biegeversuch nach EN 14651 bestimmt. Wie Fasern genau Kräfte aufnehmen, lesen Sie in unserem Artikel über den Mechanismus der Faserbewehrung; einen breiteren Überblick über alle Fasertypen finden Sie auf der Themenseite über faserverstärkten Beton.

Stahlfaser für Beton: Formen, Längen und Normgruppen

Eine Stahlfaser für Beton ist ein kurzes Stück Stahl, meist kaltgezogener Draht. Konstruktive Stahlfasern sind grob 20 bis 60 mm lang und haben einen Durchmesser von meist 0,5 bis 1 mm; Mikrostahlfasern für UHPC sind deutlich kürzer und dünner. Die Form bestimmt, wie gut sich die Faser in der Zementmatrix verankert:

• Stahlfasern mit Endhaken: der Standard für konstruktive Anwendungen wie Industrieböden, Fundamente und Fertigteile; die Haken ziehen sich nach der Rissbildung kontrolliert aus dem Beton.

• Gewellte Stahlfasern: Verankerung über die Wellenform entlang der ganzen Faser, aus Draht oder geschnittenem Blech.

• Fasern mit gestauchten Enden: Verankerung über verdickte Faserenden.

• Gerade, glatte Mikrostahlfasern: kaum mechanische Verankerung, daher vor allem in ultrahochfestem Beton (UHPC) mit sehr dichter Matrix.

Die Norm EN 14889-1 teilt Stahlfasern nach Herstellungsverfahren in fünf Gruppen ein: kaltgezogener Draht (Gruppe I), geschnittenes Blech (Gruppe II), schmelzextrahierte Fasern (Gruppe III), gespante Fasern aus kaltgezogenem Draht (Gruppe IV) und aus Stahlblöcken gefräste Fasern (Gruppe V). Für tragende Anwendungen ist Gruppe I am wichtigsten, und die Faser muss unter Konformitätssystem 1 CE-gekennzeichnet sein. Welche Angaben dafür auf Etikett und Leistungserklärung stehen müssen, lesen Sie in EN 14889 und CE-Kennzeichnung für Faserbeton.

Zugfestigkeit und Leistungsklassen

Die Zugfestigkeit von Stahlfaserbeton als Verbundwerkstoff hängt von Betonqualität, Dosierung und Fasertyp ab — es gibt also keinen isolierten Kennwert „Zugfestigkeit Stahlfaserbeton“. Was aber belastbar ist: die Zugfestigkeit der Faser selbst und die Leistungsklasse des Faserbetons. Zur Orientierung aus unserem eigenen Programm:

• Standard-High-Tensile-Faser (35/0.55) — Zugfestigkeit 1.345 N/mm² ± 7,5 %

• Schwere High-Tensile-Fasern (50/0.90 und 60/0.75) — Zugfestigkeit 2.100 N/mm² ± 7,5 %, Leistungsklasse 56 beziehungsweise 64

Zum Vergleich: Gewöhnlicher Betonstahl B500 hat eine Streckgrenze von 500 N/mm². High-Tensile-Faserdraht ist also gut zwei- bis viermal so fest — nötig, weil eine kurze Faser ihre Kraft über eine begrenzte Verankerungsfläche übertragen muss.

Stahlfaserbeton nach DAfStb-Richtlinie: was in Deutschland gilt

In Deutschland regelt die DAfStb-Richtlinie Stahlfaserbeton des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton, wie tragender Stahlfaserbeton bemessen, festgelegt und ausgeführt wird, ergänzend zu Eurocode 2 und den Betonnormen DIN EN 206 und DIN 1045. Kern ist die Leistungsklasse des Betons, zum Beispiel L1,2/0,9: Der erste Wert steht für die Nachrissbiegezugfestigkeit bei kleiner Verformung, der zweite für die bei großer Verformung, jeweils in N/mm². Nur Stahlfaserbeton mit festgelegter Leistungsklasse darf der Tragwerksplaner statisch ansetzen.

Viele Betonwerke bieten deshalb zwei Varianten an: Stahlfaserbeton nach Leistungsklasse und „Beton mit Stahlfasern“ nach reiner kg-Dosierung, der in Preislisten häufig als statisch nicht anrechenbar geführt wird. Für eine Bodenplatte oder ein Fundament mit statischer Funktion bestellen Sie also eine Leistungsklasse, keine Kilomenge. Welche Dosierung einer bestimmten Faser die geforderte Leistungsklasse erreicht, klären Tragwerksplaner, Betonwerk und Faserlieferant anhand von Prüfergebnissen. In Österreich (ÖBV-Richtlinie Faserbeton) und der Schweiz gelten eigene Regelwerke; klären Sie die Nachweisführung dort mit Ihrem Tragwerksplaner.

Anwendungen von Stahlfaserbeton

Stahlfaserbeton ist die Standardwahl, wo hohe Belastungen und große Flächen zusammenkommen. Die häufigsten Anwendungen:

• Industrieböden — Punktlasten von Regalen und kontinuierlicher Gabelstaplerverkehr; Fasern verstärken gerade auch Ecken und Ränder. Siehe unseren Artikel über faserverstärkten Beton für Industrieböden.

• Fundamente und Einzelfundamente — Bodenplatten, Geländefundamente und Fundamentbalken mit begrenzter Spannweite.

• Tunnel und Spritzbeton — Tübbinge und Tunnelauskleidungen gehören international zu den größten Abnehmern von Stahlfaser.

• Fertigteilelemente — Kellerwände, Schachtränder und Rohre, wo der Wegfall des Flechtaufwands den Produktionszyklus verkürzt.

• Befestigungen und Geländeplatten — Lade- und Löschplätze, Containerterminals und Hofbefestigungen mit schweren Achslasten.

Stahlfaserbeton für Fundamente und Bodenplatten

Für leichte bis mittelschwere Fundamente — Geländefundamente, Fundamente für Lichtmasten und Straßenmobiliar, Einzelfundamente und Balken mit begrenzter Spannweite — ist Stahlfaserbeton oft direkt einsetzbar als Alternative zu Matten oder Körben. Bei primär konstruktiven Fundamenten unter Gebäuden bleibt traditionelle Bewehrung in der Regel (teilweise) nötig; Fasern werden dort mit Stäben für zusätzliche Rissbeherrschung kombiniert. Welche Fundamenttypen sich für Faserbewehrung eignen, lesen Sie in faserverstärkter Beton für Fundamente. Faustregel: Je konzentrierter die Punktlasten und je größer die Zugzonen, desto eher schreibt der Tragwerksplaner eine Kombination vor.

Für eine Bodenplatte aus Stahlfaserbeton, etwa unter einer Halle, einer Garage oder einem Nebengebäude, gilt dasselbe Prinzip: Plattendicke, Leistungsklasse und gegebenenfalls ergänzende Stäbe an Rändern und Öffnungen folgen aus der Berechnung. Ist die Platte statisch angesetzt, bestellen Sie in Deutschland Stahlfaserbeton nach Leistungsklasse, nicht nach Kilomenge.

Dosierung: Wie viel Stahlfaser pro m³?

Für Stahlfaserbeton gilt eine gängige Dosierung von etwa 0,3 bis 1 Volumenprozent, also ungefähr 25 bis 50 kg/m³. Mit modernen High-Tensile-Fasern mit Endhaken kann die Dosierung am unteren Rand dieser Bandbreite oder sogar darunter liegen: Unsere konstruktiven Stahlfasern werden je nach Berechnung mit 10 bis 35 kg/m³ dosiert. Je fester der Draht und je besser die Verankerung, desto weniger Kilos werden für dieselbe Leistungsklasse benötigt.

Drei Faktoren bestimmen die endgültige Dosierung: der angestrebte Effekt (konstruktive Festigkeit verlangt mehr als Schwindrissbeherrschung), die Faserparameter (ein höheres Aspektverhältnis leistet mehr pro Kilo, mischt sich aber schwieriger) und die Gemischzusammensetzung. Überdosieren ist keine Sicherheitsmarge, sondern ein Risiko: Es erhöht die Gefahr von Igelbildung und Verarbeitungsproblemen. Die vollständigen Richtwerte je Fasertyp stehen in Dosierung von Betonfasern: praktische Richtlinien.

Bei konstruktiven Anwendungen bestimmt der Tragwerksplaner die Dosierung, in Zusammenarbeit mit dem Faserlieferanten und dessen Bemessungssoftware. Rechnen Sie also nicht selbst „etwas zwischen 25 und 50“ — die Leistungsklasse aus der Berechnung ist maßgebend.

Was kostet Stahlfaserbeton? Preis pro m³ 2026

Der Preis von Stahlfaserbeton setzt sich aus dem Grundpreis des Transportbetons und dem Aufpreis des Betonwerks für die Fasern zusammen. Die Werte unten sind indikativ, Preisstand 2026, netto ab Werk vor Projektrabatt, abgeleitet aus Preislisten mehrerer deutscher Transportbetonwerke. Im Aufpreis des Werks stecken neben dem Materialwert der Fasern auch das Dosieren, längeres Mischen und oft eine weichere Konsistenz. Regionale Unterschiede sind groß; in Österreich und der Schweiz weichen Preisniveau und Regelwerk ab.

Stahlfaserbeton Preis pro m³ in Deutschland (indikativ, netto, Preisstand 2026)
PositionIndikativer PreisHinweis
Transportbeton C25/30 ohne Fasernca. 165–215 € pro m³je nach Region, Expositions- und Konsistenzklasse
Aufpreis Beton mit Stahlfasern (20–35 kg/m³)ca. 40–70 € pro m³nach kg-Dosierung, meist statisch nicht anrechenbar
Aufpreis Stahlfaserbeton nach Leistungsklasseca. 35–75 € pro m³höhere Leistungsklasse, höherer Preis
Mehrdosierung Stahlfasernca. 12–25 € je 5 kg/m³je nach Werk
Pumpzuschlag für Stahlfaserbetonca. 0,50–3,20 € pro m³zusätzlich zur Pumpenpauschale
Stahlfasern ab Lieferantca. 1,50–3,00 € pro kgje nach Abnahmemenge; bei 25 kg/m³ ca. 38–75 € Material pro m³
Stahlfaserbeton gesamtca. 200–290 € pro m³einbaufertig ab Werk, ohne Pumpe und Einbau

Rechenbeispiel: Stahlfaserbeton für 100 m² Bodenplatte

Eine Bodenplatte von 100 m² und 15 cm Dicke braucht 15 m³ Beton. Bei 25 kg/m³ sind das 375 kg Stahlfasern, knapp 19 Säcke à 20 kg. Bestellt nach kg-Dosierung, rechnen Sie ab Werk mit einem Aufpreis von grob 600 bis 1.050 € gegenüber Beton ohne Fasern (15 m³ × ca. 40–70 €). Die Menge berechnen Sie immer gleich: Betonvolumen mal Dosierung.

Der direkte Mehrpreis pro m³ erzählt jedoch nur die halbe Geschichte. Die größte Ersparnis liegt im Streichen des Bewehrungsarbeitsgangs: keine Matten anliefern, sägen, positionieren und verankern, eine kürzere Durchlaufzeit und weniger Fehlerkosten durch falsch liegende Bewehrung. In der Praxis unterscheiden sich die Gesamtkosten von Stahlfaserbeton und traditionell bewehrtem Beton dadurch oft wenig, während Faserbeton bei der Geschwindigkeit gewinnt. Den Preisvergleich mit Kunststoff-Makrofasern und Mikrofasern finden Sie unter Faserbeton Preise für Stahl- und Kunststofffasern. Für einen maßgeschneiderten Projektpreis fordern Sie ein Angebot an.

Stahlfaserbeton vs. bewehrter Beton

Der grundlegende Unterschied: Traditionelle Bewehrung liegt genau dort, wo der Tragwerksplaner Zugspannung erwartet; Stahlfasern sitzen überall. Das macht Faserbeton stark in Anwendungen mit verteilter, wechselnder oder schwer vorhersagbarer Belastung (Böden, Befestigungen, Fertigteile) und traditionelle Bewehrung unverzichtbar, wo große Zugkräfte konzentriert auftreten — Balken mit großer Spannweite, Stützen, Momentverbindungen.

• Ausführung — Faserbeton spart den kompletten Flechtarbeitsgang; Bewehrung verlangt Anlieferung, Positionierung und Kontrolle

• Rissverhalten — Fasern beherrschen viele feine Risse verteilt über die Fläche; Bewehrung konzentriert die Rissbreitenbegrenzung um die Stäbe

• Ränder und Ecken — Fasern bewehren bis in den Rand; bei Matten bleibt die Deckungszone unbewehrt

• Schwere Konstruktionen — bei hohen konzentrierten Lasten bleibt (ergänzende) traditionelle Bewehrung die Norm

Stahlfaserbeton ist also kein Eins-zu-eins-Ersatz für jede bewehrte Konstruktion; bei konstruktiven Arbeiten gehört immer eine Berechnung durch den Tragwerksplaner dazu. Schwanken Sie zwischen Stahl- und Kunststofffasern, lesen Sie den Vergleich Stahlfasern oder Kunststoff-Makrofasern — Kunststoff gewinnt Terrain bei leichteren Anwendungen und korrosionsgefährdeten Umgebungen.

Welche Stahlfaser wählen? Dramix® 3D, 4D und 5D im Vergleich

Viele Leistungsverzeichnisse schreiben Bekaert Dramix® als Referenz vor. Unser Stahlfaserprogramm lässt sich je Leistungsniveau eins zu eins an den Generationen 3D, 4D und 5D spiegeln, mit derselben Normbasis (EN 14889-1):

• Standard konstruktiv — die MPZG HT+ 35/0.55, eine Dramix-3D-Alternative mit Endhaken: 35 mm lang, Zugfestigkeit 1.345 N/mm², ± 14.500 Fasern pro kg. Für Böden, Fundamente und allgemeine konstruktive Arbeiten.

• Mittelsegment — die MPWG HT+ 50/0.90 als gleichwertige Alternative zu Dramix 4D: doppelte Endhaken, Zugfestigkeit 2.100 N/mm², Leistungsklasse 56. Für schwer belastete Böden, Tunnel und Fertigteile.

• Topsegment — die MPWG HT+ 60/0.75, unsere stärkste Stahlfaser als 5D-Ersatz: Aspektverhältnis 60/0.75, Zugfestigkeit 2.100 N/mm², Leistungsklasse 64. Für die höchsten Anforderungen an das Nachrissverhalten.

Die Gleichwertigkeit weisen Sie über die Leistungsklasse aus dem EN-14651-Biegeversuch nach, nicht über die Marke: Der Tragwerksplaner rechnet mit dem Nachrissverhalten je Dosierung. Unsere Berater liefern die zugehörigen Datenblätter und Bemessungswerte für Ihr Leistungsverzeichnis.

Betonieren, Flügelglätten und Polieren

Stahlfaserbeton wird betoniert und verarbeitet wie regulärer Beton: Pumpen geht problemlos, Verdichten ebenso. Die Fasern werden im Betonwerk dosiert — verklebte Faserbündel zerfallen im Mischer und verteilen sich homogen, ohne Igelbildung. Diese homogene Verteilung ist entscheidend für die konstruktive Leistung; eine gute Faser sinkt nicht ab und schwimmt nicht auf.

Auch Flügelglätten und Polieren funktioniert bei Stahlfaserbeton ausgezeichnet — monolithisch abgeglättete Stahlfaserböden sind in der Logistik eher Regel als Ausnahme. Beachten Sie zwei Punkte: Schließen Sie die Oberfläche rechtzeitig, damit Fasern nicht an der Oberfläche stehen bleiben, und akzeptieren Sie, dass bei einem polierten Boden vereinzelt eine Faser in der Deckschicht sichtbar sein kann. Für ästhetische Sichtböden, wo das inakzeptabel ist, wählt man manchmal eine Kunststoff-Makrofaser oder eine dünne unbewehrte Deckschicht. Den kompletten Ablaufplan von der Vorbereitung bis zur Nachbehandlung finden Sie in unserem Leitfaden faserverstärkten Beton betonieren lassen.

Stahlfaserbeton als Sackware: kleine Mengen selbst mischen

Für kleine Mengen, etwa einen Sockel, eine kleine Fläche oder ein Punktfundament, suchen viele nach Stahlfaserbeton als Sackware. Es gibt zwei Wege: eine fertige Trockenmischung mit Fasern, soweit der Baustoffhandel sie führt, oder Sackbeton ohne Fasern, dem Sie die Stahlfasern beim Anmischen selbst zugeben. Die Menge rechnen Sie direkt um: Bei 25 kg/m³ gehören 2,5 kg Stahlfasern in 100 Liter Frischbeton.

• Zwangsmischer statt kleinem Freifallmischer: In der Trommel eines kleinen Freifallmischers neigen Stahlfasern eher zur Igelbildung.

• Fasern zuletzt zugeben: Beton zuerst fertig anmischen, dann die Fasern bei laufendem Mischer nach und nach einstreuen, nie einen ganzen Sack auf einmal, und weitermischen, bis sich alle verklebten Bündel aufgelöst haben.

• Nur für nicht tragende Arbeiten: Selbst gemischter Faserbeton hat keine nachgewiesene Leistungsklasse und darf statisch nicht angesetzt werden.

• Handschuhe tragen: Die Faserenden sind scharfkantig.

Für Bodenplatten, Fundamente und alles Tragende ist Stahlfaserbeton aus dem Betonwerk die richtige Wahl. Die Stahlfasern selbst sind ebenfalls Sackware: Unser Stahlfasersortiment wird im 20-kg-Sack geliefert.

Nachteile von Stahlfaserbeton

Ein ehrliches Bild gehört dazu — Stahlfaserbeton hat auch Grenzen:

• Rost an der Oberfläche: Fasern, die an oder knapp unter der Oberfläche liegen, können Rostflecken geben. Konstruktiv ist das fast immer harmlos (eine lose Faser kennt keinen durchgehenden Korrosionspfad wie ein Bewehrungsstab), aber ästhetisch kann es bei Sichtbeton stören.

• Aggressive Milieus: In chlorid- oder säurebelasteten Umgebungen (landwirtschaftliche Böden, Silageplatten) ist Stahl korrosionsanfällig; dort sind Kunststoff- oder Basaltfasern in der Regel die bessere Wahl.

• Kein vollständiger Ersatz bei schweren Konstruktionen: Konzentrierte Zugkräfte und große Spannweiten verlangen weiterhin traditionelle Bewehrung; der Tragwerksplaner bestimmt die Mischung.

• Verarbeitung verlangt Disziplin: Falsche Dosierung oder schlechtes Mischen führt zu Igelbildung und damit zu Schwachstellen; lassen Sie die Fasern bei Transportbeton im Betonwerk dosieren, nicht händisch im Fahrmischer.

• Schwereres Handling auf der Baustelle: Bei 25–50 kg/m³ fahren pro Fahrmischer schnell 200 bis 400 kg Stahl mit; die Logistik läuft über das Werk, und Selbstmischen lohnt sich nur bei kleinen, nicht tragenden Mengen.

Wo Korrosion oder Gewicht den Ausschlag geben, finden Sie die Alternativen aus Kunststoff, Glas und Basalt unter Betonfasern im Vergleich.

Stahlfasern kaufen für Ihr Projekt

Möchten Sie Stahlfasern kaufen oder ein Leistungsverzeichnis mit Dramix®-Referenz gleichwertig erfüllen? Unser Stahlfasersortiment ist pro 20-kg-Sack lieferbar und durch EN-14889-1-Datenblätter und Bemessungswerte je Leistungsklasse gedeckt. Senden Sie Ihren Bodenentwurf oder Ihre Ausschreibungsanforderung mit Ihrer Angebotsanfrage mit — dann rechnen wir Dosierung und Fasertyp durch, inklusive Vergleich mit einer Kunststoffalternative, falls diese für Ihre Anwendung günstiger ausfällt.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet Stahlfaserbeton pro m³?
Indikativ ca. 200 bis 290 € pro m³ netto ab Werk (Deutschland, Preisstand 2026): ca. 165–215 € für Transportbeton C25/30 plus ca. 35–75 € Aufpreis für die Stahlfasern, je nach Dosierung oder Leistungsklasse. Dem steht gegenüber, dass der komplette Bewehrungsarbeitsgang entfällt, wodurch die Gesamtkosten oft mit traditionell bewehrtem Beton vergleichbar sind. Alle Fasertypen vergleicht der Artikel Faserbeton Preis pro m³ im Vergleich.
Wie viel kg Stahlfaser kommt in einen m³ Beton?
Gängig sind 25 bis 50 kg/m³ (0,3–1 Volumenprozent). Mit High-Tensile-Fasern mit Endhaken kann die Dosierung niedriger ausfallen — unsere konstruktiven Fasern werden mit 10 bis 35 kg/m³ dosiert, abhängig von der Berechnung. Bei konstruktiven Anwendungen bestimmt der Tragwerksplaner die genaue Dosierung auf Basis der erforderlichen Leistungsklasse.
Wie berechne ich die Menge an Stahlfasern?
Betonvolumen mal Dosierung. Beispiel: Eine Bodenplatte von 10 × 8 m und 15 cm Dicke hat 12 m³; bei 25 kg/m³ sind das 300 kg Stahlfasern, also 15 Säcke à 20 kg. Die Dosierung selbst (kg/m³ oder Leistungsklasse) legt bei tragenden Bauteilen der Tragwerksplaner fest.
Was ist eine Stahlfaser?
Eine Stahlfaser ist ein kurzes Stück Stahldraht oder -blech, bei konstruktiven Fasern grob 20 bis 60 mm lang, das dem Beton beim Mischen als Bewehrung zugegeben wird. Für konstruktive Anwendungen werden meist kaltgezogene High-Tensile-Fasern mit Endhaken nach EN 14889-1 eingesetzt; sie überbrücken Risse und geben dem Beton Tragfähigkeit nach der Rissbildung.
Gibt es Stahlfaserbeton als Sackware?
Für kleine, nicht tragende Arbeiten ja: als fertige Trockenmischung mit Fasern, soweit der Baustoffhandel sie führt, oder als Sackbeton, dem Sie Stahlfasern im Zwangsmischer selbst zugeben (bei 25 kg/m³ sind das 2,5 kg pro 100 Liter Frischbeton). Die Stahlfasern selbst gibt es als Sackware im 20-kg-Sack. Für Bodenplatten, Fundamente und alles Tragende bestellen Sie Stahlfaserbeton mit Leistungsklasse beim Betonwerk.
Was sind die Nachteile von Stahlfaserbeton?
Mögliche Rostflecken an der Oberfläche (ästhetisch, selten konstruktiv), Korrosionsanfälligkeit in säure- oder chloridbelasteten Milieus und die Tatsache, dass Fasern bei schweren konzentrierten Lasten traditionelle Bewehrung nicht vollständig ersetzen. Auch verlangt die Verarbeitung Disziplin: Falsches Dosieren oder Mischen kann Igelbildung verursachen. Für korrosionsgefährdete Umgebungen sind Kunststoff- oder Basaltfasern oft besser geeignet.
Ist Stahlfaserbeton stärker als bewehrter Beton?
Nicht per Definition — er ist anders stark. Fasern bewehren das gesamte Volumen inklusive Rändern und Ecken und beherrschen Rissbildung verteilt über die Fläche; Stäbe liefern konzentrierte Zugkapazität genau dort, wo der Entwurf sie verlangt. Für Böden und Befestigungen leistet Stahlfaserbeton hervorragende Arbeit; bei großen Spannweiten und schweren Punktlasten bleibt (ergänzende) traditionelle Bewehrung nötig — zu bestimmen durch den Tragwerksplaner.
Kann Stahlfaserbeton flügelgeglättet oder poliert werden?
Ja. Monolithisch abgeglättete Stahlfaserböden sind Standardpraxis in Logistik und Industrie. Schließen Sie die Oberfläche rechtzeitig, damit Fasern nicht aufrecht in der Deckschicht stehen bleiben; beim Polieren kann vereinzelt eine Faser sichtbar sein. Für ästhetische Sichtböden, wo das unerwünscht ist, kann eine Kunststoff-Makrofaser oder eine dünne Deckschicht eine Alternative sein.
Gibt es eine gleichwertige Alternative zu Dramix®-Stahlfasern?
Ja. Die Gleichwertigkeit läuft über die Leistungsklasse (EN-14651-Biegeversuch) und EN 14889-1, nicht über die Marke. Unsere MPZG HT+ 35/0.55 spiegelt Dramix 3D, die MPWG HT+ 50/0.90 Dramix 4D (Leistungsklasse 56) und die MPWG HT+ 60/0.75 Dramix 5D (Leistungsklasse 64) — mit Datenblättern und Bemessungswerten für Ihr Leistungsverzeichnis.

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