Faserverstärkter Asphalt und Lärmreduktion

Faserbewehrter Asphalt16. Juli 20263 Min. Lesezeit

Beeinflusst Faserverstärkung die Lärmleistung von ZOAB und dünnen lärmmindernden Deckschichten? CPX-Messungen an der A73 geben die Antwort.

Lärmmindernder Asphalt wie offenporiger Asphalt (ZOAB) und dünne lärmmindernde Deckschichten sind aus der niederländischen Infrastruktur nicht mehr wegzudenken. Eine häufig gestellte Frage ist, ob Faserverstärkung Einfluss auf die Lärmleistung dieser Mischungen hat. Dieser Artikel gibt anhand von Praxisuntersuchungen Antwort.

Wie funktioniert Lärmreduktion bei Asphalt?

Lärmmindernder Asphalt wie ZOAB verdankt seine Wirkung vor allem der offenen Struktur: Ein hoher Hohlraumanteil in der Mischung absorbiert einen Teil des Reifengeräuschs und verhindert Luftpumpgeräusche zwischen Reifen und Fahrbahn. Die Lärmleistung hängt somit eng mit der Porenstruktur der Mischung zusammen — eine Struktur, die erhalten bleiben muss, auch nach Jahren der Verkehrsbelastung.

Beeinflusst Faserverstärkung die Porenstruktur?

Genau deshalb ist es eine relevante Frage: Würden Fasern den Hohlraum in der Mischung zusetzen, ginge dies zulasten sowohl der Wasserabfuhr als auch der Lärmreduktion. Praxisuntersuchungen zeigen, dass dies nicht der Fall ist — faserverstärkte Mischungen behalten eine vergleichbare offene Struktur und einen vergleichbaren Luftporengehalt wie reguläre ZOAB-Mischungen.

Praxisergebnisse: CPX-Messungen

An der A73 wurde die Lärmleistung von vier unterschiedlichen Mischungen (Referenz mit PMB, Referenz mit Zellulosefaser, PAN-Faser und Aramidfaser) mit der Close-Proximity-Methode (CPX) gemessen, zwölf Wochen nach dem Einbau. Die Ergebnisse (CPXP für Pkw auf der rechten Fahrspur):

• Referenz mit PMB: 92,8 dB(A)

• Referenz mit Zellulosefaser: 92,9 dB(A)

• Aramidfaser: 92,5 dB(A)

Die Unterschiede zwischen den Mischungen sind vernachlässigbar — Faserverstärkung hat in der Praxis keinen negativen Effekt auf die Lärmreduktion der Asphaltmischung. Allerdings zeigte sich, dass die rechte Fahrspur (mit mehr Schwerverkehr) konsistent rund 1,2 dB(A) mehr Geräusch erzeugte als die linke Fahrspur, was mit einem schnelleren Verschleiß der Bitumenhaut durch intensivere Nutzung zusammenhängt — ein Effekt, der unabhängig vom gewählten Bewehrungstyp ist.

Warum ist das relevant für die Lebensdauer der Lärmleistung?

Lärmmindernder Asphalt verliert in der Regel allmählich an Lärmleistung, sobald die Poren durch Schmutz, Verschleiß und Alterung des Mörtels zusetzen. Da Faserverstärkung den Mörtel im Gesteinsskelett länger flexibel und intakt hält (wie in unserem Artikel über ZOAB und Raveling beschrieben), ist zu erwarten, dass faserverstärkte Mischungen ihre Lärmleistung über einen längeren Zeitraum besser bewahren als Mischungen ohne diesen Schutz — auch wenn dieser Effekt erst langfristig vollständig messbar ist.

Was bedeutet das für Projekte mit Lärmanforderungen?

Für Straßenbaulastträger, die mit Lärmproduktionsobergrenzen zu tun haben (zum Beispiel entlang von Wohngebieten), ist es relevant zu wissen, dass die Wahl von Faserverstärkung anstelle von PMB keine Einbuße bei der Lärmleistung bedeutet. Das macht Faserverstärkung zu einer vollwertigen Alternative für Projekte, bei denen sowohl Nachhaltigkeit als auch Lärmreduktion wichtige Planungskriterien sind.

Fazit

Faserverstärkung und Lärmreduktion schließen sich nicht aus: Praxismessungen zeigen, dass faserverstärkte ZOAB-Mischungen eine mit Mischungen mit polymermodifiziertem Bitumen vergleichbare Lärmleistung erbringen, mit dem möglichen zusätzlichen Vorteil eines längeren Erhalts dieser Leistung dank der verzögerten Alterung des Mörtels.

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