Fasern im Betonwerk: Bestellung und Produktionsintegration

Anwendungen und Zielgruppen16. Juli 20269 Min. LesezeitPortretfoto van Sjors BeemsterboerVerfasst von Sjors Beemsterboer
Niederländisches Betonwerk mit Silos und Mischanlage, während ein Fahrmischer mit faserbewehrtem Transportbeton beladen wird

Wie bestellen Sie faserbewehrten Transportbeton beim Betonwerk — und wie integriert ein Werk Fasern in die eigene Produktion? Von Bestellspezifikation und Pumpe bis Dosieranlage und Qualitätskontrolle.

Ein Betonwerk mischt und liefert einbaufertigen Transportbeton — auch mit Faserbewehrung. Bei der Bestellung geben Sie Kubikmeter, Festigkeits- und Expositionsklasse, Fasertyp und Dosierung an (Stahlfasern in der Regel 25–50 kg/m³); das Werk mischt die Fasern während der Produktion in den Beton ein. Für das Werk selbst erfordert diese Integration nur eine begrenzte Investition.

Was macht ein Betonwerk?

Ein Betonwerk produziert Transportbeton: eine frische Mischung aus Zement, Wasser, Sand, Kies und gegebenenfalls Zusatzmitteln, zusammengestellt nach einer festen Rezeptur je Festigkeits- und Expositionsklasse. Die Mischung wird einbaufertig geliefert und per Fahrmischer mit üblicherweise 8 bis 12 m³ zur Baustelle gefahren. Weil Frischbeton nach der Produktion nur begrenzt verarbeitbar bleibt (als Faustregel anderthalb bis zwei Stunden, abhängig von Temperatur und eventuellen Verzögerern), ist die Fahrstrecke zwischen Werk und Projekt ein harter Planungsfaktor.

Für Faserbeton ist das Werk der logische Ort, um die Bewehrung zuzugeben: Die Fasern werden unter kontrollierten Bedingungen gewogen und eingemischt, mit derselben Prozessüberwachung wie der Rest der Rezeptur. Das unterscheidet Faserbewehrung grundlegend von traditioneller Bewehrung, die als separater Arbeitsgang auf der Baustelle geflochten und verlegt wird.

Stationäres oder mobiles Betonwerk?

Neben dem stationären Werk gibt es die mobile Betonmischanlage: eine versetzbare Mischanlage, die auf oder nahe dem Projekt aufgebaut wird. Diese Wahl ist vor allem bei großen, durchlaufenden Abnahmemengen interessant (etwa Infrastrukturprojekte mit Tausenden Kubikmetern) oder an Standorten, an denen kein Betonwerk in der Nähe liegt und die Fahrzeit die Verarbeitbarkeit gefährdet. Auch für eine mobile Anlage gilt: Fasern dosieren funktioniert problemlos, sofern im Prozess ein Wiegeschritt vorgesehen ist, bei dem die Fasern je Mischung abgemessen werden.

Für reguläre Projekte ist ein stationäres Werk innerhalb von etwa 30 bis 45 Minuten Fahrzeit der Ausgangspunkt. Suchen Sie ein Betonwerk in Ihrer Nähe, das faserbewehrten Transportbeton liefern kann, fragen Sie ausdrücklich nach Erfahrung mit Ihrem Fasertyp — nicht jedes Werk hat jede Faser vorrätig, aber praktisch jedes Werk kann angelieferte Fasern nach Spezifikation einmischen.

Faserbewehrten Transportbeton bestellen: diese Angaben braucht das Werk

Transportbeton mit Fasern zu bestellen unterscheidet sich nur in einem Punkt von einer regulären Bestellung: Sie spezifizieren die Faserbewehrung genauso exakt wie die Festigkeitsklasse. Das Werk benötigt:

• Menge in m³ — Länge × Breite × Dicke plus 5–10 % Reserve; der Rechner ermittelt dies zusammen mit der Faserdosierung für Sie.

• Festigkeits- und Expositionsklasse — zum Beispiel C20/25 XC1 für einen Innenboden, gemäß der Empfehlung Ihres Tragwerksplaners.

• Fasertyp und Dosierung — Marke, Typ und kg/m³. Die gängigen Bandbreiten je Fasertyp finden Sie in den Dosierungsrichtlinien für Betonfasern: Stahlfasern 25–50 kg/m³, Kunststoff-Makrofasern 2–6 kg/m³, Mikrofasern 0,6–1,0 kg/m³.

• Konsistenzklasse — bei Faserbeton oft eine Klasse weicher (zum Beispiel F4/F5) für gute Verarbeitbarkeit.

• Einbaumethode — Pumpe, Betonkübel oder Schüttrinne, damit das Werk die Mischung darauf abstimmt.

Kostenseitig rechnen Sie indikativ (Preisstand 2026) mit €110–€165 pro m³ für den Beton selbst, plus einem Faseraufpreis, der bei Stahlfasern bis etwa €45 pro m³ ansteigt und bei Kunststofffasern in der Regel niedriger ausfällt. Eine vollständige Aufschlüsselung steht in Was kostet Faserbeton? Den kompletten Ablauf von der Bestellung bis zur Nachbehandlung — inklusive Trocknungszeiten und Betonierplan — führt der vollständige Leitfaden zum Betonieren von Faserbeton Schritt für Schritt durch.

Beton mit der Pumpe: geht das mit Fasern?

Ja. Faserbeton pumpen ist gut möglich: Sowohl Stahlfasern als auch Kunststoff-Makrofasern sind pumpbar, sofern Dosierung und Konsistenz aufeinander abgestimmt sind. In der Praxis bedeutet das eine etwas weichere Konsistenz und einen Schlauchdurchmesser von mindestens 100 mm; Kunststofffasern sind durch ihr geringes Gewicht am unkritischsten. Geben Sie bei der Bestellung an, dass gepumpt wird — dann stimmt das Werk Mischung und Faserlänge darauf ab, und Sie vermeiden Verstopfungen an Reduzierstücken.

Einen Betonlieferanten für Faserbeton auswählen

Nicht jeder Betonlieferant hat gleich viel Erfahrung mit Fasern. Achten Sie bei der Auswahl auf drei Punkte: nachweisbare Referenzen mit Ihrem Fasertyp, eine Dosierlösung, mit der die angegebenen kg/m³ auch tatsächlich erreicht werden, und eine zertifizierte Produktion, damit die Rezeptur abgesichert ist. Fragen Sie auch, ob das Werk die CE-Leistungserklärung der Faser (nach EN 14889) auf dem Lieferschein mitführt — bei tragenden Bauteilen will der Tragwerksplaner diese Dokumentation sehen. Worauf Sie auf der Faserseite der Lieferkette außerdem achten, lesen Sie in So wählen Sie einen Lieferanten für Faserverstärkung.

An welcher Stelle im Prozess gibt das Werk die Fasern zu?

Fasern werden während des Mischens der Ausgangsstoffe zugegeben, zusammen mit oder kurz nach der Gesteinskörnung, vor dem endgültigen Mischen mit Wasser und Zement. So reiben sich die Fasern zwischen Sand und Kies auseinander und verteilen sich im gesamten Volumen. Wird erst am Fahrmischer dosiert — was bei kleineren Mengen oder Nachlieferungen vorkommt —, ist zusätzliche Mischzeit nötig: als Faustregel vier bis fünf Minuten bei voller Mischgeschwindigkeit, damit die Trommel ausreichend Umdrehungen macht, bevor betoniert wird.

Der Zeitpunkt der Zugabe ist entscheidend, weil er direkt die Homogenität bestimmt. Eine Faser, die zu spät oder zu schnell auf einmal zugeführt wird, kann verklumpen; eine Faser, die mit der Gesteinskörnung mitläuft, verteilt sich fast von selbst.

Dosieren: vom vorportionierten Sack bis zur Dosieranlage

Für das Werk lautet die Kernfrage, wie die richtige Fasermenge je Mischung zuverlässig in den Mischer gelangt. Genaues Dosieren ist keine Formalität:

• Eine zu niedrige Dosierung liefert die gewünschte Wirkung (Rissbeherrschung, tragende Restfestigkeit) nicht — und das lässt sich nachträglich nicht korrigieren.

• Eine zu hohe Dosierung kann die Dosieranlage verstopfen und die Verarbeitbarkeit der Mischung verschlechtern.

Für den gelegentlichen Einsatz genügt manuelles Dosieren über vorportionierte Säcke mit festem Gewicht je Mischcharge — ein Ansatz, der praktisch keine Investition erfordert. Makrofasern wie TwistR werden gebrauchsfertig im Sack verpackt geliefert, sodass ein oder wenige Säcke pro m³ direkt die vorgesehene Dosierung ergeben; dasselbe gilt für Mikrofasern wie Promicro mit 0,6–1,0 kg/m³.

Für die regelmäßige Produktion investieren Werke in eine Dosieranlage, die je Mischung automatisch abwiegt und zuführt. Indikativ (Preisstand 2026, abhängig von Kapazität und Fasertyp): ein halbautomatischer Faserdosierer mit Wiegeeinheit ab etwa €10.000–€25.000, eine vollautomatische, an die Mischersteuerung gekoppelte Dosierlinie etwa €25.000–€75.000. Für Beton mit Kunststofffasern ist in der Regel kein tiefgreifender Umbau der bestehenden Mischanlage nötig — die Investitionsschwelle bleibt damit niedrig, gerade gemessen an der Marge auf ein spezialisierteres Produkt.

Rezeptur und homogene Mischung

Fasern zuzugeben erfordert oft eine leichte Anpassung des übrigen Gemischs, vor allem im Feinanteil (Sand- und Fülleranteil), um eine optimale Umhüllung und Haftung der Fasern sicherzustellen. Werke, die regelmäßig mit Fasern arbeiten, entwickeln deshalb eigene Rezepturvarianten je Fasertyp und Dosierung — inklusive der etwas weicheren Konsistenz, die Verarbeiter bei Faserbeton verlangen.

Eine gute Faser sinkt nicht ab, schwimmt nicht auf und bildet beim Mischen keine Faserigel. Das hängt von der Faser selbst und von den Mischeinstellungen ab (Mischzeit, Mischreihenfolge). Die Lieferform hilft dabei: Geklebte Stahlfasern wie die MPZG HT+ 35/0.55 sind mit wasserlöslichem Kleber zu kompakten Kämmen verbunden, lassen sich paketweise dosieren und lösen sich erst beim Mischen — dadurch verteilen sie sich gleichmäßiger als lose Fasern, und Igelbildung bei hohen l/d-Verhältnissen wird vermieden.

Für neue Fasertypen ist eine Probemischung der Standard: erst mischen, visuell auf Homogenität und Verarbeitbarkeit prüfen und erst danach ins reguläre Produktionsprogramm aufnehmen.

Qualitätskontrolle der Faserdosierung

Für tragende Anwendungen kontrollieren Werke stichprobenartig während der Produktion, ob die angegebene Dosierung tatsächlich im Gemisch enthalten ist — etwa indem eine Frischbetonprobe ausgewaschen wird und die zurückgewonnenen Fasern gewogen werden. Das ist vergleichbar mit den regulären Kontrollen von Wasserzementwert und Festigkeitsklasse und knüpft an die Dokumentationspflicht an: Die Leistung der Faser je Dosierung ist in der CE-Dokumentation nach EN 14889 festgelegt, und die tragende Restfestigkeit des Gemischs wird nach EN 14651 bestimmt.

Für Abnehmer ist das der überprüfbare Unterschied zwischen „es sind Fasern drin“ und einer abgesicherten Bewehrungsfunktion: Fragen Sie bei tragenden Bauteilen immer nach der Dosierregistrierung auf dem Lieferschein.

Was bringt faserbewehrter Transportbeton dem Werk?

Innerhalb der Anwendungen und Zielgruppen der Faserverstärkung ist das Betonwerk ein Glied, das auf beiden Seiten gewinnt: Der Abnehmer bekommt Bewehrung ohne Flechtarbeit, das Werk ein Produkt mit mehr Marge. Konkret:

• Value-Added-Produkt — Stahl- und Kunststofffasern werden von vielen Werken als Ergänzung zum regulären Transportbeton angeboten: eine Zusatzleistung, die zu Kundenbindung und Umsatz pro Kubikmeter beiträgt.

• Begrenzte Investition — gerade bei Kunststofffasern ist die Schwelle niedrig: vorportionierte Säcke für den Einstieg, eine Dosieranlage, sobald das Volumen sie rechtfertigt.

• Wissensvorsprung — Werke, die Erfahrung mit Fasertypen, Rezepturanpassungen und Dosierungen aufbauen, heben sich gegenüber Bauunternehmen ab, die einen verlässlichen Partner für Faserbeton suchen. Dieses Wissen lässt sich schwerer kopieren als ein Kubikmeterpreis.

Fasern bestellen für Ihr Werk oder Projekt

Starten Sie als Werk mit faserbewehrtem Transportbeton, beginnen Sie mit ein oder zwei bewährten Fasertypen und einer Probemischung je Rezeptur. Die technischen Spezifikationen je Faser — Dosierungen, Leistungsklassen und CE-Dokumentation — finden Sie gebündelt in den Datenblättern. Möchten Sie wissen, welche Dosierung zu einer konkreten Rezeptur und Anwendung passt, fordern Sie eine Dosierempfehlung für Ihre Rezeptur an: Sie erhalten eine Empfehlung je Fasertyp, inklusive Lieferform (lose, BigBag oder vorportionierte Säcke), abgestimmt auf Ihre Dosiermethode.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Transportbeton?
Transportbeton ist Frischbeton, den ein Betonwerk nach fester Rezeptur aus Zement, Wasser, Sand, Kies und Zusatzmitteln mischt und einbaufertig per Fahrmischer (üblicherweise 8–12 m³) liefert. Sie geben Festigkeitsklasse, Expositionsklasse und Konsistenz an; Faserbewehrung kann als zusätzliche Spezifikation direkt in der Produktion eingemischt werden, sodass auf der Baustelle kein separater Bewehrungsarbeitsgang mehr nötig ist.
Kann jedes Betonwerk Faserbeton liefern?
Grundsätzlich ja: Praktisch jedes Werk kann Fasern nach Spezifikation einmischen, auch wenn sie nicht vorrätig sind. Der Unterschied liegt in Erfahrung und Dosiergenauigkeit — Werke, die regelmäßig Fasern verarbeiten, haben eine Dosieranlage und angepasste Rezepturen. Fragen Sie nach Referenzen mit Ihrem Fasertyp und nach der Dosierregistrierung auf dem Lieferschein; siehe auch So wählen Sie einen Lieferanten.
Was kostet faserbewehrter Transportbeton pro m³?
Indikativ (Preisstand 2026): Regulärer Transportbeton kostet €110–€165 pro m³, abhängig von Festigkeitsklasse und Region. Der Faseraufpreis steigt bei Stahlfasern bei gängigen Dosierungen bis etwa €45 pro m³; Kunststofffasern liegen in der Regel darunter. Dem steht gegenüber, dass Flechtarbeit und Mattenverlegung entfallen. Eine vollständige Übersicht steht in Was kostet Faserbeton?
Wann ist eine mobile Betonmischanlage interessant?
Bei großen, durchlaufenden Abnahmemengen oder abgelegenen Projektstandorten, an denen die Fahrzeit vom stationären Werk die Verarbeitbarkeit bedroht — Frischbeton bleibt als Faustregel nur anderthalb bis zwei Stunden verarbeitbar. Eine mobile Anlage mischt dann auf oder nahe der Baustelle. Fasern lassen sich dort ebenfalls dosieren, sofern je Mischung ein Wiegeschritt vorgesehen ist, bei dem die kg/m³ kontrolliert abgemessen werden.
Kann ich Fasern auf der Baustelle in den Fahrmischer geben?
Möglich ist es, aber die Dosierung im Werk ist wegen Wiegekontrolle und Mischhomogenität vorzuziehen. Geben Sie dennoch am Fahrmischer zu — etwa mit vorportionierten Säcken —, rechnen Sie mit vier bis fünf Minuten zusätzlichem Mischen bei voller Mischgeschwindigkeit und prüfen Sie visuell auf Klumpenbildung. Geklebte Stahlfasern und sackweise verpackte Makrofasern eignen sich dafür am besten.

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